Dies ist ein Gebiet der Jahrmarkthistorie, von dem kaum noch etwas erhalten ist, weder Objekte und noch weniger filmische Darstellungen, die hier besonders von Interesse wären. Die beste Quelle in der deutschen Literatur ist Florian Derings großes Buch „Volksbelustigungen“ von 1986, wo er hauptsächlich auf das halbe Jahrhundert zwischen 1870 und 1920 eingeht, der Hochzeit dieser metallenen mechanischen Szenen, die bei Treffschuß sich für kurze Zeit mittels Gewichtsantrieb oder Uhrwerk in Bewegung setzten (S. 144 -156).
Foto Falk Keuten: Schutzumschlag Florian Dering: Volksbelustigungen,
Die in 1883 gegründete Schaustellerfachzeitschrift KOMET aus Pirmasens in der Südpfalz hat in ihrem Archiv alle Jahrgänge komplett und kann anhand der Annoncen der Hersteller dieser mechanischen Scheiben einen schönen Überblick über Motive und Erscheinungsdaten der mit dem ersten Weltkrieg erloschenen Schießbuden-Kultur der Kaiserzeit geben.
Ich durfte das KOMET-Archiv in den 80-ger Jahren besuchen und mir zahlreiche Kopien dieser alten Annoncen machen. Darüberhinaus bekam ich Ausrisse der KOMET-Ausgaben, die 1986 hundertjährige Annoncen reproduzierten, die sich alle auf Hersteller dieser mechanischen Zielobjekte von Schießbuden bezogen.
(Fotos der Artikel der Nummern 4340, 4341 und 4342 des KOMET 1986)
Ich verweise nochmal auf den Kurzfilm Punch and Judy von Jan Svankmajer, Prag 1966, wo ihr bei o.40 eine solche Zielscheibe findet, „Die Schusterwerkstatt“ von der Firma Oscar Will aus Thüringen , um 1900: https://www.youtube.com/watch?v=1d96fNUs9Ns
Weiß jemand etwas über den Vewrbleib dieser Schießbudenobjekte ? Etwaige Museen oder Sammler ? Über sachdienliche Kommentare würde ich mich riesig freuen.

