Neu in 2021 ist das Chamäleon von Les Machines de l’isle in Nantes.
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Spiel und Kunst mit Mechanik II
-Dieser Blog bearbeitet Informationen, Medien und Links zu bewegten Skulpturen (Kinetische Kunst), Kugelbahnen, kuriosen Maschinen, Automata und Papiermechanik. – This blog is devoted to the subject of Kinetic Art, Rolling Ball Sculptures, Automata, weird machines and wooden and paper mechanics.
Neu in 2021 ist das Chamäleon von Les Machines de l’isle in Nantes.
Als ich 1970 meine Lehrerstelle in der Hauptschule Mommsenstraße, Köln-Sülz , antrat und mich besonders für den Technikunterricht interessierte, der damals noch nicht so hieß, denn es war ein Werkunterricht, der eher an die Kunst angebunden war, fand ich für den Einkauf der Werkmaterialien im Kleineisenbereich eine Einkaufsmöglichkeit, die in der Nähe der Schule gegeben war durch diesen urtümlichen Laden von Edmund Bosen, einem über das „Veedel“ hinaus bekannten Menschen, der zusammen mit seiner Frau Agnes dieses Geschäft nun in zweiter Generation seit Vaters Gründung 1875 führte. Es ist niemals modernisiert worden. Beim Verkauf von Nägeln und Schrauben wurde einfach, wenn das Auszählen zu zeitraubend war, abgewogen. Wenn ein Kunde handwerkliche Probleme hatte, war Edmund Bosen gerne bereit, das auszudiskutieren. Überhaupt war der Laden eine Art Nachrichtenzentrale für das Veedel. Manchmal brachte ich Herrn Bosen Modelle aus dem Schulunterricht mit, um sie ihm stolz vorzuführen. Nach 11 Jahren wechselte ich an die Gesamtschule Bonn-Beuel und verlor dadurch den Kontakt zum Laden. 3 Jahre später, 1984, erfuhr ich die traurige Nachricht, daß Herr Bosen verstorben war.
Agnes Bosen führte den Laden circa 14 Jahre alleine weiter , musste ihre Eisenwarenhandung aber am 22. November 1998 schließen, als sie gestürzt war. Sie starb am 27. März 2000.
Der geschlossene Laden besteht aber bis heute (2021) in der Marsiliusstr.33 und wird gelegentlich als Film-Set genutzt.
Inzwischen kam der Kölner Fofograf Eusebius Wirdeier zum Zuge und brachte seinen Fotoband „Die Wunderkammer der Agnes Bosen – Eine Inventur“, 2002 im Emons-Verlag erschienen, über diesen Laden heraus und setzte ihm damit ein poetisches Denkmal. Auf Wirdeiers Webseite gibt es eine Slideshow von 15 Bildern aus diesem Buch : https://www.eusebius-wirdeier.de/fotografie/wunderkammer-der-agnes-bosen/
Ich wußte damals von der Existenz des Buches, hatte es aber versäumt mir zu kaufen. Heute wird es ungefähr zwischen 150 und 250 Euro antiquarisch angeboten, siehe eurobuch.com !
Marion Eickler schreibt 2010 diesen Artikel im Kölner Stadtanzeiger: https://www.ksta.de/wunderkammer-die-faszination-von-altem-eisen-11721872?cb=1623450807136
(mit Dank an Herrn Wirdeier für eine hilfreiche Textkorrektur und Ergänzung!)
Ich bekam Post von der Gesellschaft der Freunde Pierre Andres (1922-2011), der sein posthumes kleines Museum mit 300 Quadratmetern in einem alten Bauernhaus von Villesèque bei Cahors bekommen hat und nun auch zur Schnellinformation einen 4-seitigen Flyer: Depliant_ANDRES_2021_A5_2021-02-14
Hier findet man Kurzinfos über den Künstler, das Museum und sein Werk aus Holz „Les machines singulières“. Ein Event steht im August bevor , eine Aufführng des alten Freundes von Pierre Andres , Liedermachers und Komponisten Steve Warring. https://www.pierre-andres.com/Programme-2021
Die sehr gut gestaltete Webseite lädt zum Verweilen und Betrachten vieler Holzskulpturen mit Kugelläufen ein ! https://www.pierre-andres.com/
(Foto von der Webseite: „La pompe à boules“)
KKLB ist die Abkürzung von „Kunst und Kultur im Landessender Beromünster“ und ist heute über 10 Jahre nach Einstellung des Sendebetriebs eine der größten und wichtigsten Kulturinstitutionen der Schweiz: https://www.kklb.ch/ Dieser Ort der modernen Kunst beherbergt nun bis zum Frühling des kommenden Jahres die Ausstellung „Blumen für die Kunst“, zu der 50 namhafte Künstler:innen aus der Schweiz eingeladen wurden.
Sascha Alexa Müller (Maschinenkunst) aus Basel (CH) hat in einem Raum eine beeindruckende Installation geschaffen, die eine elektrische Performance als Gesamtkunstwerk aus Licht, Klang und Bewegung zeigt, dem eine kompositorische Steuerung zugrundeliegt. Hier ein Video von 3.17 min Länge:

Papermodel „Le Velocipediste“, Imagerie de Nancy, 1892
Aus dem YT-Text: „Bicycles were built in this design as high wheels from 1870. Called “Ordinary” later “Penny-farthing. ” This template for a paper model was first printed in France, Nancy, in 1892. (41 x 29. 2 cm2). Simple assembly and a good wind for the drive necessary.“
Maschinenerfinder und Fachkraft für Berufsförderung an einer Behindertenwerkstatt in Frankfurt-Fechenheim, Walter Günther, über den ich schon öfters hier berichtete, hat erneut etwas für den Mechanikfeinschmecker entwickelt : eine Maschine, die es erlaubt, eine übergroße Büroklammer aus einer Fahrradspeiche zu formen. Näheres zu diesem Projekt „Fechenheimer Drahtwaren“ erfahren wir auf seiner Webseite „Die mechanische Bratwurst“, die erfreulicherweise auch in englisch lesbar ist: http://www.die-mechanische-bratwurst.de/
Hier das von Matthias Wenger professionell gemachte Video (er erstellt übrigens die Filme für Walter, die die Maschinenästhetik in graphischer Delikatesse rüberbringen ):
In dieser Episode von über 23 Minuten erklärt Lyle Broughton, das ist Youtuber jackofallspades98 , Kettenreaktionsmechanismen (CRM) : Advanced K’NEX Techniques:
Ich habe hier schon vielfach über den amerikanischen Kinetik-Künstler Arthur Ganson geschrieben, dessen Werke ich zum Weltbesten dieses Genres zähle. Nun fand ich einen Artikel des Pulitzerpreisträgers Sebastian Schmee (Kunstkritiker der Washington Post, früher Boston Globe), den er vor viereinhalb Jahren für letzteren schrieb und der sich auf die Dauerausstellung der Werke Gansons nach deren Restaurierung im MIT-Museum Boston/Cambridge bezieht.
„Child watching ball“ by Arthur Ganson
die voll funktionsfähig sind (bei der Waschmaschine jedoch ohne Wasser)! Leider ist mir nichts über den Erbauer bekannt, außer dass er Spanier aus Asturien ist. Dank an die Informantin Amanda Deane über FBautomata…!
Hier noch ein Bericht darüber, ohne auf den Erbauer näher einzugehen: https://www.fabbaloo.com/news/design-of-the-week-tiny-3d-printed-washing-machine-that-works