Ausstellung „Detlef Hänsel: Kunstmaschinen und Kuriosa“ in Nordhausen

Wie ich hörte, startet diese Ausstellung nächste Woche am 24.Januar und wird bis zum 28.Februar in der Galerie der Kreissparkasse in Nordhausen (am Südrand des Harzes)  jeweils Mo-Frei von 8-18 Uhr zu sehen sein. Es wird eine Art Retrospektive  werden, von der uns Detlef auch ein Dokuvideo versprochen hat, was ja für die Rezeption Kinetischer Kunst von Wichtigkeit ist.

 

Bill Rickerson: Grasshopper escapement einmal wörtlich genommen

Bill Rickerson , der 30 Jahre lang als Maschinenbau-Ingenieur der US Navy in San Diego diente, hatte sich 1997 in der Kleinstadt Silverton, 60 km südlich von Portland,OR, niedergelassen und begonnen seinem Hobby Holzuhrenbau zu frönen. In „OurTown“, der Stadtzeitung von Silverton, erschien dieser Artikel über ihn: http://ourtownlive.com/ourtown/?p=2455

Diese  Geschichte wurde ausgelöst durch ein Foto mit der besagten Grasshopper-Hemmung, das ein Teil seiner Holzuhr in der ganzen Schönheit seines Designs zeigt. Leider habe ich weder ein Video, noch eine Webseite , sondern nur die Bildersammlung seines Werkes bei Flickr gefunden.

Ein weiteres Beispiel origineller Figürlichkeit dieses Mechanismusses bietet uns die Corpus Clock Chronophage (griech. für „Zeitfresser“) von Dr. John C.Taylor , Isle of Man, der die Escapement-Mechanik mit einem Insektenbiest verkleidete. Ein Beispiel dieser Uhr ist öffentlich in Cambridge zu sehen, ein Projekt, das 2008 mit dem immensen  Aufwand von 1 Million engl.Pfund vollendet wurde  (siehe auch mein Eintrag von 2010 )

Hier ein Portrait dieses außergewöhnlichen Erfinders und Industriellen, das sich mit seiner Leidenschaft für Uhren befaßt:


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Eine weitere Chronophagen-Uhr war für China bestimmt: The Dragon Chronophage . Inzwischen ist noch eine vierte Version eines „Zeitfressers“ im Bau, dessen Auftraggeber jedoch auf Geheimhaltung besteht.


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John Hansen: Nautical Door – The most complex and unique wood door

John Hansen, von dem ich hier kürzlich seine hölzerne Aktentasche vorstellte, zeigt uns hier eine Schiffstüre, die er aus über 1000 Holzteilen schuf und in die schon vorhandene normale Türe einbaute. Sie hat zusätzlich noch ein Rundfenster, welches mit einer Irismechanik geöffnet werden kann.


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David Neevel: OREO-Separator Machines

Der aus Portland, Oregon, stammende und jetzt in Amsterdam lebende skurrile Erfinder hat diese Maschine gebaut, mit deren Hilfe er das aus zwei Hälften bestehende Gebäck trennt und die ihn störende Cremeschicht entfernt, wobei das wilde Design der Apparaturen nicht geglättet wird, wenn die Funktion erreicht ist.  DN schreibt dazu: „It’s a basic human desire to separate an OREO cookie. Humans love either cookie or creme. And sometimes a man just needs to invent a Robotic Machine to do the hard work of separating the two. Today, that man is physicist and cookie-part preferrer David Neevel“  Der Film steht nun schon knapp 5 Jahre auf Vimeo und ich entdeckte ihn erst heute !  Und damit auch seine umfangreiche Projektliste, die er auf seiner Webseite als Timeline angeordnet hat.

Ein weiteres Video enthält ein Interview mit DN auf einem damaligen Makerfaire (Ich vermute San Francisco): the man behind the OSM

Ein relativ frisches Projekt , das sich mit der Zwitschersucht des amerikanischen Präsidenten befaßt, sieht so aus:  http://davidneevel.com/2017/04/06/burnedyourtweet-2/                        Die seelenverwandte Schwedin Simone Giertz (siehe frühere Beiträge hier) schrieb dazu:  THIS IS THE MOST AMAZING THING I’VE EVER SEEN !

 

 

 

 

Thailändischer FolkArt Automat unbekannter Herkunft

Weiß jemand mehr über dieses mechanische Prachtstück thailändischer Herkunft (?), das auch noch durch ein Fenster eine intime Szene sichtbar werden läßt ? Vielleicht gibt es auch  ein einbettbares Video auf Youtube oder Vimeo, welches man allerdings ohne den Namen des Schöpfers kaum finden kann.

https://www.facebook.com/groups/453955244775799/permalink/1070229043148413/

Dank an den aufmerksamen Leser Helmut Kobsch, der mir im Kommentar ein YT-Video lieferte, welches hier einbettbar ist , jedoch in den Erotikszenen bearbeitet ist (eine thailändische Quelle ist auch hier nicht ersichtlich) :


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Marbles, Magnets and Music – eine artistische Installation von Doodle Chaos

Doodle Chaos gehört zur jungen amerikanischen Clique der Dominokünstler, die sich aufgespalten haben in 3 Hauptrichtungen, der herkömmlichen Dominoeffekteerfinder, der Kettenreaktions-Maschinisten und wie hier gezeigt, der Kaplamino-Leute.  Alles ist außerordentlich anspruchsvoll und es bedarf endloser Versuche, bis ein  veröffentlichbares Video fertiggestellt ist.


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Bewegung an oder in der Architektur

Paul Deering’s Gate ist schon mehr eine kinetische Skulptur als eine Verschlußtechnik für einen Hauseingang. Leider ist der Endzustand „geschlossen“ nicht ganz klar erkennbar, jedoch eine überschäumende Freude an Mechanik !

https://www.youtube.com/watch?v=RIljA18Y5MI

Das Architektenbüro Olson Kundig aus Seattle ist spezialisiert auf mechanische Architekturteile und arbeitet international. Hier wird eine komplette Glaswand mit einem Handrad hochgedreht, so daß der Innenraum sich nahtlos mit dem Außenraum verbindet:

Im folgenden Beitrag stellt Tom Kundig verschiedene Projekte vor, die bewegliche Architekturteile beinhalten:

 

Nicolas Darrot (FR): La Tequilera

Die Kunstautomaten von Nicolas Darrot sind oft auch mit synchronisiertem Ton ausgestattet. Dieser hier stammt aus dem Jahre 2009 und wurde 2016 wieder im Maison Rouge , Paris, ausgestellt. In der Kataloganzeige der Edition Fage heißt es  zu Darrot: „A sculptor and brilliant handyman-cum-inventor, Nicolas Darrot invites us into a fascinating world full of insects, stuffed animals, mischievous speaking puppets and animated machines“ Auf Darrots Webseite sind seine Projekte dokumentiert, viele mit Videos und manche mit teilweise  lebensgroßen Figuren  für Theaterbühnen in der Machart eines  automatischen  Marionettentheaters. So auch eine Installation für das Stück L’Iceberg des Theatre National de Chaillot 2010: Fotoreihe mit Video hier:

http://nicolasdarrot.com/portfolio/projet-categorie/liceberg/#.WljdLmeWx68

Ein Porträt des Künstlers mit Interview des Gründers vom Maison Rouge , Antoine de Galbert, und der Galeristin Eva Hober  lief auf ARTE (25min) vor 5 Jahren  in der Reihe „L’art et la manière“ :

http://nicolasdarrot.com/une-video/#.WljK0WeWwac