Populärkinetik: Mechanisches Plüschspielzeug (eine Entdeckung !)

Als ich anfangs der 70ger Jahre wie wild nach Blechspielzeugen früherer Jahre suchte, welches man in einigen ländlichen etwas schlampig geführten
Haushaltswarengeschäften noch billig finden konnte, ließ ich die ebenfalls
vorhandenen Plüschspielzeuge meist links liegen, denn sie wirkten in der Mischung der verschiedenen Werkstoffe auf mich doch sehr zweitrangig.

In der Recherche zu meinem Beitrag „Mechanische Spardosen…“ erwähnte ich die Vogelspardose der Firma Bolz aus Zirndorf und klickte in die Webseiten des dortigen Museums, das u.a. die früher dort blühende Blechspielzeugindustrie dokumentiert. Und dabei fand ich den Text über
eine vor etwa einem Jahr dort gelaufene Ausstellung „Alles in Bewegung –
Mechanische Spielfiguren von 1950 bis 1970“. Sieht man über die etwas hausbackene Grafik des Ausstellungsposters hinweg und folgt dem Link zu den anonym bleiben wollenden Besitzern dieser Privatsammlung, dann findet man unter der bildreichen und ausführlichen Dokumentation ihres Sammelgebietes drei angenehm professionell gefilmte Videos (je zwischen
ca. 8 und 10 Min. lang), bei denen die sonst „tot“ in den Ausstellungsvitrinen deponierten Exponate zum Leben erweckt werden:

„Mein geliebtes Aufziehspielzeug“
„Mein japanisches Aufziehspielzeug“ und

Ich revidiere meine etwas einseitige Sichtweise vor 4 Dekaden und bewundere die Energie, eine solch hochklassige Sammlung zusammenzutragen und zu dokumentieren (sicher auch in der ständigen Angst, daß bei der nächsten Vorführung etwas kaputt geht) !

"Leonardo da Vincis Maschinen" in Kempen/Niederrhein

Mit um die 40 Maschinenmodellen, großenteils interaktiv und damit durch die Besucher selbst zu betätigen, und vielen Schautafeln versucht die Ausstellung das Universalgenie Leonardo in diesem Bereich seines Schaffens uns näher zu bringen. Sie läuft noch bis Ende Januar 2010 im Städtischen Kramermuseum in Kempen bei Krefeld. Hier ein Blick in den Ausstellungsraum:
Flaschenzug

Bei Youtube findet man eine etwas undeutliche kurze Videosequenz und hier
einen Zeitungsartikel der RP. (Dank für den Tip an Dietmar Wächtler!)

Mechanische Spardosen aus Fernost

Eine ganz neue Spardose ist die „Itazura Coin Bank“ aus Japan, die allerdings hier nicht erhältlich ist:

Eine weitere ist die münzfressende FACEBANK, die es allerdings schon über 2 Jahre gibt:

Die liebste ist mir jedoch die alte Vogelspardose (seit 1956) von der Firma BOLZ aus Zirndorf, Deutschland. Hiervon gibt es natürlich auch fernöstliche Kopien, wie bei allen interessanten Blechspielzeugen (kann es aber bei folgendem Video nicht beurteilen):

Osamu Kanda (JP): sein neuestes Objekt "Stairs"

Osamu Kanda baute mit „Stairs“ ein Modell eines alten japanischen Spielzeuges der Edo-Periode (17.- 2.Hälfte 19.Jhdt.)nach. Die beiden Figuren steigen sich gegenseitig überspringend eine Treppe hinab. Die Stäbe, an denen die Figuren gelenkig angebracht sind, sind in diesem Modell recht klobig kistenartig geraten, was durch die notwendige Gewichtsverlagerung verursacht wird, die durch in den seitlichen Kästen hin und her rollende Kugeln besorgt wird.

Das Nürnberger Spielzeugmuseum besitzt einige Originale der „Chinesischen Treppenläufer“, in Thüringen in der Mitte des 19.Jhdts. gefertigt, die in der Virtuellen Depot mit Eingabe von „Treppenläufer“ angesehen werden können. Das gewichtsverlagernde Medium in den Stäben ist hier in Glasröhren eingeschlossenes Quecksilber (!!), ein für unser heutiges Sicherheitsverständnis unsäglicher Zustand.

Der 1803 erschienene Katalog des Nürnberger Spielwarengroßhändlers
Georg Hieronimus Bestelmeier verzeichnet dieses Spielzeug als Nr.826
auch schon : „…Die 2 sich übereinander schlagenden chinesischen Gauckler, sie sind an 2 Stangen vest gemacht, und überwerfen sich 5 mahl, bis sie die Treppe herunterkommen. Ein Stück von dieser Art kostet
8 fl. …“
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Ein ähnliches Spielzeug erklärt Dr.Dave und Dr.Tom mit seinem Video
„Tumbling Toys Physics“

Museum Tudor Rosport/Luxemburg und Installation A1 von Bernhard Laufer

Luftlinie 11km nordwestlich von Trier liegt der kleine Ort Rosport mit seinem noch jungen Museum Tudor, gewidmet Henry Tudor, einem Pionier der Autoelektrik, der die ersten gebrauchsfähigen Bleiakkumulatoren entwickelte und produzierte. Dieser Youtubefilm stellt das Museum vor und zeigt bei 0.57 ganz kurz einen Ausschnitt aus der zimmergroßen Installation A1 (Entwurf und Modell Bernhard Laufer, übrigens der Autor des Perpetuum Mobile Buches, und Ausführung Schreinerei Holz&Glas, Ladenburg), von der die Saarlandwelle SR3 berichtete: „Die Erfahrungen der damaligen Zeit werden auch deshalb lebendig, weil mit viel Holz, Hammer, Wind- und Wasserrad eine Art Perpetuum Mobile nachgestellt worden ist, das die Geräuschkulisse des 19.Jhdts. wiedergibt…“


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Aus dem Bildband „Installation A1“ von Bernhard Laufer: Impressionen
vom Bau der Installation in Ladenburg durch die Schreinerei Holz&Glas.