Kunsthandwerk von unmenschlicher Kunstfertigkeit

Matthias Schulz beschreibt in seinem faszinierenden Artikel „Der Herr der Ringe“ Forschungen über Herstellungsweisen von neu entdeckten Objekten aus den Wunderkammern von Fürstenhöfen des 18.Jhdts.
Bis heute unverstanden sind die Techniken microfeiner Schnitzereien,
ganz abgesehen von den psychischen Belastungen der zur Fehlerfreiheit
im Herstellungsprozess gezwungenen Kunsthandwerker (Magazin DER SPIEGEL, Heft 36 vom 31.Sept.09) Ob es dazu mal eine Buchveröffent-lichung oder Ausstellung geben wird ?

Matthias Wandel (CA),

ein großer Freund der Holzverarbeitung und außerordentlich kreativer Kopf, hat wieder Vorrichtungen für seine Kreissäge und Fräsen erfunden. Es ist eine Freude zu sehen, wie er sich um einen Kern von Grundmaschine
all die sehr sinnreichen Hilfswerkzeuge und Vorrichtungen schneidert, nein tischlert, um dann mit der Präzision einer Profimaschine komplexe
Schreinerarbeiten zu bewältigen. So kann er z.B. aufwändige Holzverbin-dungen sehr präzise oder Puzzlebausteine in Kleinserien fertigen. Siehe
diese (und weitere) Filme:

Wooden router lift, with gears , 1.31 min
Building a wooden box, 11.37 min.
Multi slot mortising machine, 5.43 min.

Theo Jansen in Zürich

Erstmalig stellt Theo Jansen mit einer Einzelausstellung in der Schweiz aus: Kunstraum Walcheturm, Zürich, Vernissage 26.8.09, 18 Uhr, Dauer: 27.8.-6.9.09.
Der Schweizer Künstler Daniel Imboden bietet dazu einen Workshop an,
bei dem er kleine Kartonmodelle mit der Jansenschen Kinematik bauen läßt.

Es wird einen Bericht im Schweizer Kultur-
fernsehen geben: „Kulturplatz“ am 26.8.09, ab 22.50 Uhr, später auch online
als Podcast zu sehen. Diese Sendung kommt aber auch als Wiederholung im deutschen Fernsehen bei 3sat am Samstag, den 29.8.09, um 9.05 .

Yuri Suzuki (JP),

japanischer Designer, zeigt vom 16.-26. September bei Platform21 in Amsterdam seine neue Installation „Breakfast Machine„. Später soll sie
auf seiner Webseite ausführlicher dokumentiert sein. Sie ist inspiriert von alten Filmen mit goldbergesken Nonsensmaschinen, wie z.B. „Pee-wees Big Adventure“ von 1985.

Eine frühere kettenreaktionsartige Installation (Animatic) ist hier beschrieben und zu erleben.

Philip Lowndes (GB),

Kreuzfahrer-Ritter

schuf mit dem Kreuzritter einen Automaten, der auf den ersten
Blick recht unscheinbar aussieht. Bewegt man jedoch die Kurbel und sieht den Titel „Where’s my army gone“, so erzählt er eine ganze Geschichte. Als Nachzügler marschiert er mit rhytmischen Fuß- und Armbewegungen, hält inne, schaut nach links und nach rechts, stampft frustriert mit seinem Fuß auf, senkt seine Augen und marschiert traurig wieder weiter. So nimmt auch die fein abgestimmte komplexe Holzmechanik den größten Raum ein.