Martin Gobsch und sein mechanisches Theater

Der in Erfurt ansässige Puppenschnitzer Martin Gobsch hat vor etwa einem Jahr eine kleine Werkstatt auf der berühmten Krämerbrücke eröffnet, in der man ihm bei der Arbeit zuschauen kann. Dabei dient das einmalige mechanische Theater „Theatrum Mundi“, an dem er fast anderthalb Jahre gearbeitet hat, als großer Blickfang und damit Zuschauermagnet, wenn es durch Münzeinwurf gestartet wird. Das ZDF war für die Sendung „Drehscheibe“ am 12.8.2011 bei ihm zu Gast und machte ein Fünfminutenporträt des sympathischen Künstlers, dessen mechanisches Theater ab Minute 3.46 bewundert werden kann.
http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/1409286/Der-Puppenbauer-von-Erfurt#/beitrag/video/1409286/Der-Puppenbauer-von-Erfurt

Die alte Tradition des Theatrum Mundi ist in die Barockoper „König Arthus“ von Henry Purcell in der Inszenierung des Theaters Erfurt eingeflossen, wobei Martin Gobsch bei der Ausführung der mechanischen Teile und Apparaturen maßgeblich beteiligt war.

Über den Androiden im Scorsesefilm "HUGO"

Die englische Ausstatterfirma für Film,Fernsehen und weiteres Entertainment Dick George Creatives hat mit einem
9-Personen-Team den über 200 Jahre alten zeichnenden Androiden von Jaquet Droz /J.-H. Maillardet nachgebaut, eine überaus aufwendige mechanische Meisterleistung. Man legt Wert darauf, daß hier kein digitales Fake, sondern anfaßbare Technik des ausgehenden 18.Jhdts. in Nachbildung gezeigt wird, wie dieser 3min-Film der Firma
als Impression des Innenlebens des Automaten vorführt.
Meine Blogfreunde aus den USA, die den dort angelaufenen
Film schon gesehen haben, sind durchgehend begeistert. Wir in Deutschland müssen uns noch bis 9.Februar 2012 gedulden. ( Thanks Dug North !)

The Automaton – Behind the Scenes from Sociates on Vimeo.

Ludvik Cejp: Baumorgel

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L.Cejp: Chronograph

Ludvik Cejp aus Hannover, ein Meister der „ungehobelten Präzisionsmaschinen…aus Holz,Primitivismus und anderen Ingredienzen“, wie er auf seiner Webseite humorvoll schreibt, hat nun – ganz seinem künstlerischen Stil verpflichtet – eine Orgel gebaut, auf der wie im Video gezeigt, seine Nichte die Englische Suite Nr.2 von J.S.Bach spielt, während L.Cejp im Hintergrund pumpend den notwendigen Orgelwind erzeugt. Dies ist das erste Video auf Cejps neuem Youtubekanal „boldtire“ und ich würde mich sehr freuen, wenn weitere über seine wundervollen kinetischen Objekte folgen würden.

Roboexotica 2011 in Wien

Für die Freunde verrückter Maschinen ist die Roboexotica in Wien eine erste Wahl. Das diesjährige 4-Tage-Event geht
heute zuende und hat seit 2008 mit der „Barbot“ auch einen Ableger in San Francisco.

Mehr als nur ein Cocktail. from Ricci Zinggl on Vimeo.

Dieses Wochenende soll auch die ‚Comicfuture Trashmachine‘
teilgenommen haben, eine goldbergeske Konstruktion einer Zähneputzmaschine vom Künstlerkollektiv „Atzgerei“

Dr.Jorge Paredes‘ Wimmelautomaten

Der guatemaltekische Arzt und Automatist baut Wimmelautomaten, bei denen sich auf engem Raum viel bewegliches Personal versammelt, wobei es durchaus auch sein kann, daß in einer Szene Getriebeteile mitmischen. Hier ein mechanisches Theater zum Thema Bauernhof:

Auf seinem Youtubekanal gibt es noch weitere aktionsreiche Kabinettstückchen, übrigens auch mit musikalischen Bonbons unterlegt, von denen ich gerne die Titel wüßte.

Hans Happ: Mechanischer Vogel aus Holz

Der Künstler Hans Happ (1899-1992) entwarf und konstruierte unter vielen weiteren Objekten diesen Vogel mit Zugschnurantrieb, den er sich 1982 unter der Nummer DE3103559A1 patentieren ließ. Die Serienproduktion scheiterte an der mangelnden Fähigkeit der Arbeitnehmer den Vogel mit den Fäden funtionierend zusammenzusetzen.
Hans Happ fertigte eine Kleinstserie von etwa 10 Stück.
Ein Bekannter von mir, dem ich von den Kunstspielzeugen Hans Happs erzählte, kaufte einen Vogel. Nun ist er über 20 Jahre älter geworden und muß sich im Rahmen eines Umzugs verkleinern, sodaß er den Vogel verkaufen möchte. Wenn Interesse besteht, kann man mit Herrn Baruschke Kontakt aufnehmen: Gerd.Baruschke@web.de


Video: Gerd Baruschke

12 Jahre nach dem Tod des Künstlers aus der Nähe Frankfurts a.M. richtete das Hessische Puppenmuseum Hanau
eine Ausstellung für diesen genialen Erfinder künstlerischer, oft mechanischer Spielobjekte aus, deren
Museumstext hier einzusehen ist:

http://www.hessisches-puppenmuseum.de/alte_seiten/happ.htm

P1030661
(Quelle o.g. Patent)