Philip Lowndes (GB),

Kreuzfahrer-Ritter

schuf mit dem Kreuzritter einen Automaten, der auf den ersten
Blick recht unscheinbar aussieht. Bewegt man jedoch die Kurbel und sieht den Titel „Where’s my army gone“, so erzählt er eine ganze Geschichte. Als Nachzügler marschiert er mit rhytmischen Fuß- und Armbewegungen, hält inne, schaut nach links und nach rechts, stampft frustriert mit seinem Fuß auf, senkt seine Augen und marschiert traurig wieder weiter. So nimmt auch die fein abgestimmte komplexe Holzmechanik den größten Raum ein.

Rowland Emett (GB),

englischer Cartoonist und Konstrukteur liebevoll-verspielter Nonsensmaschinen (1906-1990)erhielt eine Retrospektive „Engines of
Enchantment: The Machines and Cartoons of Rowland Emett“,
die vorkurzem eröffnet noch bis 1.Nov.09 im Londoner Cartoonmuseum gezeigt wird. In dieser Ausstellung findet man einige Maschinen
aus dem Filmmusical „Chitty Chitty Bang Bang“ von 1968, hier als
Ausschnitt eine Küchenszene mit hohem Mechanisierungsgrad !

Die größte Sammlung von Emett-Maschinen besitzt das Ontario Science
Center
in Toronto, wo jedes Jahr um die Weihnachtszeit – von vielen
heiß erwartet – einige wechselweise gezeigt werden.

Schaustellungsautomaten,

wie der Jahrmarktshistoriker Florian Dering sie nennt, sind eine Art
münzbetätigte mechanische Theater, die modellartige Szenerien nach Münzeinwurf lebendig werden lassen. So finden sich noch heute als Überbleibsel einer fast verloschenen Tradition einige viele Jahrzehnte alten Geräte der Automatenfabrik Lemmerz aus Königswinter am Eselsweg auf halber Höhe zum Drachenfels.
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Und hier ein Video zum Photo.

Mechanische Papier(!!)spardose

Ein liebenswerter Papierautomat, der vor über 20 Jahren aus einem Bastelbogen gefertigt werden konnte, der mit dem Programm Toyshop auf einem Commodore 64 erstellt wurde. (Thanks „Paper Modeling with the Toy Shop“ – Blog)

Ein Googlevideo zeigt die Funktion: eine in ein Scheibenfach eingegebene Münze dreht die Scheibe (optischer Effekt: die Mäuse rennen im Kreis herum. Sie bewegt gleichzeitig ein Räderwerk mit Pendelhemmung, die ihrerseits sehr clever die Bewegung der Katzenpfoten darstellt. Nach Abwärtslauf fällt die Münze in die Kasse.

Leonardo3 – zum dritten…

„The Book of Secrets“ ist eine Ende vergangenen Jahres im Museum
für islamische Kunst in Doha (Quatar)von L3 eingerichtete faszinierende Ausstellung über arabische Maschinen und Automaten, die erst in den letzten Jahren von L3 näher erforscht wurden, weil man diese unschätzbar wertvolle Handschrift Kitab al Asrar of al-Muradi aus dem 12.Jhd.(zurückgehend auf das Jahr 1000 n.Chr)nach ihrer Entdeckung in Florenz noch nicht allzulange kennt. Ein Pressetext und Video 1 und Video 2 geben einen guten Einblick in diese Ausstellung mit modernster musealer Präsentation. Darüberhinaus erschien ein Medienpaket zur Ausstellung in englisch und arabisch.

Leonardo3

ist eine italienische Firma unter der Leitung von Massimiliano Lisa, Mario Taddei und Edoardo Zanon, die sich der Forschung, der musealen Präsentation und der medialen Verwertung der Ergebnisse
des technikgeschichtlichen Teils der Leonardo-daVinci-Forschung
widmet. Es ist längst überfällig, an dieser Stelle darauf hin- zuweisen, welche prachtvollen Bildbände in deutscher Übersetzung bei BELSER erschienen sind. Als Beispiel sei der großformatige Band „Leonardo – dreidimensional 2. Neue Roboter und Maschinen“ von Mario Taddei ( 2008, 450 S.) genannt. Ein Augenfutter (und natürlich brainfood) die vielen Holzmodelle der teilweise recht komplexen Automaten und immer in den Details sorgfältig erklärt !
Hier die Rezension des Wissenschaftsverlages SPEKTRUM.