-Dieser Blog bearbeitet Informationen, Medien und Links zu bewegten Skulpturen (Kinetische Kunst), Kugelbahnen, kuriosen Maschinen, Automata und Papiermechanik. – This blog is devoted to the subject of Kinetic Art, Rolling Ball Sculptures, Automata, weird machines and wooden and paper mechanics.
Der schon betagte japanische Automata-Konstrukteur zeigt in seinem Youtubekanal einige recht komplexe Arbeiten. Leider sind sie durchgängig sehr amateurhaft gefilmt. Hier das galoppierende Pferd mit einem Reiterartisten, der in den Handstand geht:
Der in Erfurt ansässige Puppenschnitzer Martin Gobsch hat vor etwa einem Jahr eine kleine Werkstatt auf der berühmten Krämerbrücke eröffnet, in der man ihm bei der Arbeit zuschauen kann. Dabei dient das einmalige mechanische Theater „Theatrum Mundi“, an dem er fast anderthalb Jahre gearbeitet hat, als großer Blickfang und damit Zuschauermagnet, wenn es durch Münzeinwurf gestartet wird. Das ZDF war für die Sendung „Drehscheibe“ am 12.8.2011 bei ihm zu Gast und machte ein Fünfminutenporträt des sympathischen Künstlers, dessen mechanisches Theater ab Minute 3.46 bewundert werden kann. http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/1409286/Der-Puppenbauer-von-Erfurt#/beitrag/video/1409286/Der-Puppenbauer-von-Erfurt
Die alte Tradition des Theatrum Mundi ist in die Barockoper „König Arthus“ von Henry Purcell in der Inszenierung des Theaters Erfurt eingeflossen, wobei Martin Gobsch bei der Ausführung der mechanischen Teile und Apparaturen maßgeblich beteiligt war.
Die englische Ausstatterfirma für Film,Fernsehen und weiteres Entertainment Dick George Creatives hat mit einem
9-Personen-Team den über 200 Jahre alten zeichnenden Androiden von Jaquet Droz /J.-H. Maillardet nachgebaut, eine überaus aufwendige mechanische Meisterleistung. Man legt Wert darauf, daß hier kein digitales Fake, sondern anfaßbare Technik des ausgehenden 18.Jhdts. in Nachbildung gezeigt wird, wie dieser 3min-Film der Firma
als Impression des Innenlebens des Automaten vorführt.
Meine Blogfreunde aus den USA, die den dort angelaufenen
Film schon gesehen haben, sind durchgehend begeistert. Wir in Deutschland müssen uns noch bis 9.Februar 2012 gedulden. ( Thanks Dug North !)
Ludvik Cejp aus Hannover, ein Meister der „ungehobelten Präzisionsmaschinen…aus Holz,Primitivismus und anderen Ingredienzen“, wie er auf seiner Webseite humorvoll schreibt, hat nun – ganz seinem künstlerischen Stil verpflichtet – eine Orgel gebaut, auf der wie im Video gezeigt, seine Nichte die Englische Suite Nr.2 von J.S.Bach spielt, während L.Cejp im Hintergrund pumpend den notwendigen Orgelwind erzeugt. Dies ist das erste Video auf Cejps neuem Youtubekanal „boldtire“ und ich würde mich sehr freuen, wenn weitere über seine wundervollen kinetischen Objekte folgen würden.
Für die Freunde verrückter Maschinen ist die Roboexotica in Wien eine erste Wahl. Das diesjährige 4-Tage-Event geht
heute zuende und hat seit 2008 mit der „Barbot“ auch einen Ableger in San Francisco.
Dieses Wochenende soll auch die ‚Comicfuture Trashmachine‘
teilgenommen haben, eine goldbergeske Konstruktion einer Zähneputzmaschine vom Künstlerkollektiv „Atzgerei“
Der guatemaltekische Arzt und Automatist baut Wimmelautomaten, bei denen sich auf engem Raum viel bewegliches Personal versammelt, wobei es durchaus auch sein kann, daß in einer Szene Getriebeteile mitmischen. Hier ein mechanisches Theater zum Thema Bauernhof:
Auf seinem Youtubekanal gibt es noch weitere aktionsreiche Kabinettstückchen, übrigens auch mit musikalischen Bonbons unterlegt, von denen ich gerne die Titel wüßte.
In bester japanisch/englischer Automata-Tradition: die Mechanik ist nicht versteckt, nein sie macht offen sichtbar auch den größeren Teil des Objektes aus. Hier die etwas sisyphus-artigen Bemühungen des Froschbots in Szene gesetzt vom 35jährigen japanischen Youtube-User kitikitimanbo:
Der Künstler Hans Happ (1899-1992) entwarf und konstruierte unter vielen weiteren Objekten diesen Vogel mit Zugschnurantrieb, den er sich 1982 unter der Nummer DE3103559A1 patentieren ließ. Die Serienproduktion scheiterte an der mangelnden Fähigkeit der Arbeitnehmer den Vogel mit den Fäden funtionierend zusammenzusetzen.
Hans Happ fertigte eine Kleinstserie von etwa 10 Stück.
Ein Bekannter von mir, dem ich von den Kunstspielzeugen Hans Happs erzählte, kaufte einen Vogel. Nun ist er über 20 Jahre älter geworden und muß sich im Rahmen eines Umzugs verkleinern, sodaß er den Vogel verkaufen möchte. Wenn Interesse besteht, kann man mit Herrn Baruschke Kontakt aufnehmen: Gerd.Baruschke@web.de
Video: Gerd Baruschke
12 Jahre nach dem Tod des Künstlers aus der Nähe Frankfurts a.M. richtete das Hessische Puppenmuseum Hanau
eine Ausstellung für diesen genialen Erfinder künstlerischer, oft mechanischer Spielobjekte aus, deren
Museumstext hier einzusehen ist:
Die parallele zweiteilige Ausstellung mit Maschinenmodellen nach Entwürfen von Leonardo da Vinci läuft nun bis Ende Mai 2012 in den Industriemuseen in Hattingen und Witten. Näheres hier: http://www.lwl.org/LWL/Kultur/wim/portal/S/hattingen/Ausstellung/#top
Diese Ausstellung gastierte vor einiger Zeit in Bonn und Siegburg. Ich berichtete darüber vor über einem Jahr