Mechanische Postkarte um 1900

Anläßlich des Obscura Days 2012 machte die Wolfsonian Library der Florida International University in Miami Beach eine kleine Ausstellung mit “ some of the stranger artifacts housed in our rare book and special collections library“, darunter auch einige über 100 Jahre alte mechanische Postkarten der gestifteten Sammlung Silvia Ripstein. Leider ist in der Dokumentation kein Illustrator oder Verleger dieser Postkarten angegeben. Hier ein Beispiel:

Verehrer, der seiner Geliebten ein Ständchen bringt.

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(Photo: Wolfsonian FIU Library)

Zieht man den Streifen am unteren Kartenrand, erfährt man, ob der Verehrer erhört wurde:
https://wolfsonianfiulibrary.wordpress.com/2012/05/02/obscura-day-tour-of-some-of-the-more-obscure-objects-in-the-wolfsonian-library/

Performing Objects Conference, Falmouth University, Cornwall

Wie ich bei HERON lese, wird es diese Veranstaltung vom 17.-20.Oktober in Falmouth geben, die Kunstschaffende und Interessenten der folgenden Sparten ansprechen soll:

CONTEMPORARY PUPPETRY
AUTOMATA AND RELATED THEORY
PERFORMATIVE DESIGN
TOY THEATRE
PUPPETRY AND COMMUNITY ACTIVISM
OBJECT ORIENTED ONTOLOGY
SCENARIO ANIMATION
STOP MOTION ANIMATION
PUPPETS ON FILM
DIGITAL PUPPETRY AND APP DESIGN
POP-UP BOOKS
OBJECT THEATRE

Da scheint es viel Berührungspunkte zu unseren Blogthemen zu geben. Das wird auch umso klarer, wenn man das Tagungsprogramm durchgeht. Ich würde mich sehr freuen, wenn später eine Dokumentation der Veranstaltung in Print- und Videoform erschiene!

Übrigens wird u.a. die Compagnie des Toy Theaters of Terror as Usual aus Brooklyn dieses sehr ernste Stück über die Freiheit der Information im Zeitalter des Internets und den Fall Bradley Manning aufführen (siehe Infotext unter Performances)


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"Le Petit Cirque" von Laurent Bigot (FR)

Philsing brachte gestern in seinem Blog „Lezard Mecanique“ einen Beitrag über KLug, einen Straßentheater-Roboter von Morgan Euzenat, den ich vor einem Jahr auch schon in meinem Blog ansprach. Nun schaute ich aber genauer in die angegebene Webseite und fand die Agentur, die den Künstler vermittelt – das ist „L’oisiveraie…“ von Olivier Masson. Und hier dann die Entdeckung von Laurent Bigot, der mit seinem Petit Cirque (erinnert entfernt etwas an Calder’s Circus) eine grandiose Schau von elektroakustischem Objekttheater abliefert, die sich auf der Grundfläche etwa eines Teetischchens abspielt. Es folgt ein 13-minütiger Zusammenschnitt einer Aufführung.

LE PETIT CIRQUE de Laurent Bigot _ Extract from L’OISIVERAIE on Vimeo.

Whirligig-Festival 2012 in Shelburne, Kanada

Es scheint eines der führenden Treffen der Windspielbastler aus den USA und Kanada zu sein, für welches die Teilnehmer oft weite Anreisestrecken nach Shelburne auf Nova Scotia in Kauf nehmen. Am vergangenen Wochenende gab es das diesjährige Treffen, aber da muß man auf Videos wohl noch etwas warten, deswegen hier Aufnahmen aus dem Vorjahr:


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Dann gibt es noch einen Videoamateur, der über dieses Festival 7 Filme gemacht hat, hier der Youtube-Kanal:
http://www.youtube.com/user/xgxdxer/videos

Leider sind die gefundenen Videos sehr amateurhaft. Ich würde mir wünschen, daß es bei soviel hier zusammentreffender Folkart-Power mal eine gut gefilmte Videodokumentation geben würde.

Neue Ausstellung startet Ende November in der Falmouth Art Gallery

Sie hat den etwas kryptischen Titel „The only non-slip Dodo mat in the world“ und wird kuratiert durch Andrew Lanyon, der eine Reihe cornischer Künstler verschiedener Sparten über 5 Jahre unter der Fragestellung „How does a person access their inventiveness ?“ beobachtete und nun einige ihrer Antworten aus dieser Zeitspanne ausstellt. Man darf gespannt sein auf das blogrelevante Ergebnis, da ja für uns wohlbekannte Automatisten wie Fi Henshaw, Keith Newstead, Paul Spooner und Carlos Zapata teilnehmen.

Es wissen vielleicht nicht alle Blogleser, daß dieses Kunstmuseum in Falmouth auch eine Sammlung von Automata beherbergt, da in dieser Gegend eine Reihe der besten Künstler jener Sparte beheimatet sind.
In diesem Zusammenhang verweise ich auf ein Video über einen Besuch einer Gemäldeausstellung durch eine Gruppe älterer Menschen, denen es aber augescheinlich viel mehr Freude macht, diese Automaten auszuprobieren:


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Es wächst wieder ein Meisterstück von Keith Newstead heran

„Hey Diddle Diddle“ heißt es und ist vom Besitzer eines Geigengeschäftes in Singapur in Auftrag gegeben worden. Wie immer ist es eine Freude, die vielen Bilder von KN zu verfolgen, der uns damit den Baufortschritt wie kaum ein anderer so dokumentiert, daß man die Feinheiten der Konstruktion gut verfolgen kann.

Hier die allererste Konzeptzeichnung

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Alles Weitere findet Ihr in KN’s Blog hier: http://www.keithnewsteadautomata.com/blog
Ich freue mich schon auf das erste Video !

Erste deutsche Steampunkausstellung: Machina Nostalgica

Nun gibt es auch eine filmische 6,5min. Dokumentation über diese Ausstellung in Itzehoe, die einige Ausstellungsbeiträge aufgreift, darunter auch den von mir hochgeschätzten Leipziger Toni Reintelseder (siehe ab 1.55), dessen Werk auch ohne das modische Etikett Steampunk eine einzigartige Stellung erreicht.
(Thanks to Clockworker.de )


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Hier geht’s zur Ausstellungswebseite, in der es einen Link zu einem Bildbericht der Kieler Nachrichten vom 14.September gibt:
http://www.machina-nostalgica.de/

Auktion der Kunstautomaten von Bernhard Deutsch (ein Bericht von Sergio Pinese)

Heute erreichte mich ein ausführlicher und engagierter Bericht von Sergio Pinese über diese Auktion mit 102 Objekten von B.Deutsch, die vor einer Woche in Schwäbisch Hall, stattgefunden hatte und ganz sicher ein Unikum in Deutschland darstellte. Danke Sergio !!

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Sergio schreibt hierzu: „das ist einer der beiden Automaten am Sulfersteg, der auch weiterhin benutzt werden kann. Er erzählt über das Toilettenhäuschen „Bruscheika“, wo er steht (Bruscheika heisst Brunze, Scheisse, Kaufe…. was auf die ursprüngliche Funktion des Häuschens hin deutet).“ (Foto Sergio Pinese)

Und nun schreibt Sergio:

„Es ist schon eine Woche her, aber trotzdem einen Blog-Eintrag wert:
Bernhard Deutsch aus Schwäbisch Hall und seine Automaten war mir bis zum Zeitpunkt von Falk Keuten’s Blog-Eintrag vom 15.08.2013 (http://kugelbahn.blog.de/2013/08/14/35-jahre-kunst-automaten-ausstellung-bernhard-deutsch-16313308/ ) kein Begriff und somit eine absolute Neuentdeckung.
Der angekündigte Rückblick auf 35 Jahre Automatenbau in einer Ausstellung im Hällisch-Fränkischen Museum in Schwäbisch Hall und anschliessender Auktion von 102 Werken am 15. September 2013 schien eine einmalige, nicht so schnell wieder zurück kehrende Gelegenheit, eine geballte Ladung Automaten zu erleben und eventuell sogar ein kleines Souvenir mit nach Hause zu nehmen.

So war ich ziemlich schnell der Überzeugung: „Da muss ich dabei sein“ und nahm die ziemlich genau 6 Stunden Autofahrt (hin und zurück) auf mich.

Da fragt man sich schon, was man denn sonst so in Schwäbisch Hall unternimmt, denn dieser Ort war mir nicht als über die Landesgrenzen bekanntes Tourismus-Mekka ein Begriff.
Doch vielleicht zu Unrecht: kaum in Schwäbisch Hall angekommen, entdeckte ich haufenweise Kunstobjekte (kein Wunder, wenn man neben dem Kunsthaus Würth parkiert!).
Nebenbei erwähnt, das Schraubenimperium Würth hat seinen Hauptsitz wenige Kilometer von Schwäbisch Hall entfernt, da ist dann auch klar, wer der Kunstmäzen ist.

Aber eigentlich bin ich nicht wegen (ab-)gehobener Kunst dorthin gereist, ich wollte Automaten in Aktion sehen. Zu diesem Zweck galt es die wunderschön mit Fachwerkhäusern gespickte Altstadt über den Fluss Kocher und zwei idyllischen Inseln zu erreichen.

Dass ich hier auf dem richtigen Weg war, zeigte sich am Sulfersteg: Frau –Göschle und Frau Mödele sowie Dr. Plunder erklärten mir auf unterhaltsame Weise für je einen Euro ganz viele Details über die Stadt und die Show wurde überraschenderweise noch mit dem Auswurf von salzhaltigen Bonbons belohnt (die Salzgewinnung war mal ein wichtiger Bestandteil der Stadt).

Im Hällisch-Fränkischen Museum selbst konnte ich dann per Knopfdruck oder per Münzeinwurf in das Automaten-Panoptikum des Bernhard Deutsch eintauchen: Esoteromaten, Frivolomaten, Nekromaten, Politomaten, Sacramaten, Poetomaten, Kabarettomaten, Artomaten, … Die einzelnen Werke zu beschreiben würde Monate dauern und den Witz und die Liebe zu vielen Details würden nicht gebührend gewürdigt.

Zusätzlich hat Bernhard Deutsch im Sinne einer Finissage zum letzten Mal durch die Ausstellung geführt und viele erheiternde Anekdoten aus seinem persönlichen Automaten-Lebenslauf den Besuchern näher gebracht. Die Ausstellungsstücke waren allesamt auch Auktionsobjekte, deshalb hat manch einer noch genauer ein Auge auf einen Automaten geworfen, in der Hoffnung, an der Auktion erfolgreich zu sein. Diesem Prozess habe ich mich auch nicht entzogen.
Wer wissen will, was unter den Auktionshammer kam, hier ein Link: http://www.nurzu.de/

Vor lauter Automaten blieb kaum Zeit Schwäbisch-Hall zu geniessen, aber für einen Schnellimbiss auf dem Marktplatz, von schönen Bauten umringt, reichte es gerade noch.

Am frühen Nachmittag erzählte Bernhard Deutsch in der Hospitalkirche (Auktionsort) nochmals in einer Präsentation einige Automaten-Geschichten während im Hintergrund das Auktionsfieber stieg: die Bieter wurden registriert, Bieter-Nummern gebastelt und verteilt, die Bieter verköstigt. Die ganze Familie Deutsch war fest eingespannt, dass dieser Tag ein einmaliger, gelungener Augenblick in der Automatengeschichte wird. Herzlichen Dank für die perfekte Organisation ohne Auktionserfahrung mit all seinen administrativen Tücken! Es war alles perfekt!

Und es wurde über einzelne Werke fachgesimpelt und gewerweist, ob irgendein Auktionsstück unter dem Vorschlaghammer zertrümmert wird, weil sich kein Bieter findet.

Bürgermeisterin Wilhelm eröffnete die Auktion, indem sie bravurös die Versteigerung der ersten Objekte als Auktionator leitete. Die zu versteigernden Automaten wurden per Bildeinblendung gezeigt.
Die Versteigerung der über 90 restlichen Objekte wurde dann an einen professionellen Auktionator übergeben.

Das Bieterpublikum schien vorwiegend aus der Region zu sein, viele kannten sich und manch einer hatte die Hoffnung für unter 100 Euro einen Automaten ersteigern zu können.

Dies war nur bei sehr wenigen nicht beweglichen Objekten der Fall und es kam kein einziges Stück zur Zertrümmerung, sogar ein uraltes Brot mit rostiger Säge drin fand seinen Abnehmer für 60 Euro.

Trotzdem waren sehr viele Schnäppchen möglich, wo lässt sich schon ein münzbetriebener Automat mit all den technischen Schikanen und den vielen Stunden Arbeit für zum Teil unter 200 Euro erhalten! Ich hatte gehofft, dass bei gewissen Werken sein Schaffen mit höheren Auktionspreisen gewürdigt wird, aber das war nicht der Fall. Leider konnte ich da nicht gross mit helfen, da der Platz zu Hause sehr begrenzt ist und doch hätte ich bei gewissen Automaten weiter bieten sollen (das ist das Schicksal von Bietern an Auktionen, dass sie immer glauben, den richtigen Augenblick zu verpassen).
Nach zirka 4 Stunden Auktion, ein Marathon, war alles schon wie ein Spuk vorbei und leider blieb fast keine Zeit, diesen Augenblick mit der Familie Bernhard zu geniessen.
Das Ende dieser 35 Jahre Automatengeschichte von Bernhard Deutsch ist zugleich ein Neuanfang: bei ihm zu Hause entsteht wieder Platz für neue Ideen, neue Automaten und ich hoffe, dass wir nicht wieder 35 Jahre warten müssen, um von seinen Kunstwerken über die Landesgrenzen hinaus zu hören.

Besten Dank Bernhard Deutsch und ich wünsche weiterhin noch viele kreative Momente! Ich bin ein Fan der münzbetriebenen Automaten von Bernhard Deutsch geworden.“

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Bernhard Deutsch in seiner Ausstellung (Foto Sergio Pinese)

Heute entdeckte ich noch ein schönes 7,5min.Youtube-Video, das drei Tage nach meinem Artikel vom 15.August erschien und das BD zeigt, wie er weitere Automaten seiner Ausstellung vorführt. Sehr sehenswert !


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