Neues von VEP: South Pointing Chariot

Visual Education Project (Valeriy Ivanov, CA) – ich berichtete schon mehrmals über VEP – hat ein neues Modell herausgebracht, den chinesischen Wagen mit der immer nach Süden zeigenden Figur, wenn man sie vor Fahrtantritt so eingestellt hat. Das Modell geht auf einen chinesischen Kompaßwagen zurück, der im 3 Jhdt. v.Chr. erfunden worden sein soll und als zentrales Element für die Richtungskonstanz des Zeigers ein Differentialgetriebe aufwies.

Hier das Zusammensetzen und Ausprobieren eines Bausatzes von VEP als Youtube-Video (Einbetten leider deaktiviert)
http://youtu.be/2OllLL3JiIw

Wenn man sich eingehender mit der Mechanik dieser frühen Erfindung befassen möchte, findet man bei „Sigvard Strandh: Die Maschine“ ab S.43 viel Wissenswertes darüber.

Der Märklin-Enthusiast Hans-Gerd Finke hat es ebenfalls als Modell gebaut und auch eine ausführliche Getriebeanalyse mitgeliefert. Dabei konnte er nachweisen, daß der Kompaßwagen in der chinesischen Antike sicherlich nie eingesetzt werden konnte, da er durch Ungenauigkeiten einfach nicht praxistauglich gewesen wäre. Ausgangspunkt für Finkes Untersuchungen war seine Begegnung mit diesem im Burggelände von Caen(FR) dahinrottenden Kompaßwagen:

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Foto: H.-G. Finke

Garth Kennedy (IT): The Holy Grail

Eine abstrakte Mechanik läuft langsam und gemächlich ihren Gang und öffnet und schließt wechselweise mit gegenläufig wandernden Platten ein Fenster zu einem dahinterliegenden Raum. Wenn die Situation der vollkommenen Öffnung erreicht ist, leuchtet ein Bild des Heiligen Grals im Hintergrund der Öffnung für kurze Zeit auf. Es ist das neueste Video des neuseeländischen Künstlers Garth Kennedy , der jetzt bei Como in Norditalien lebt.

"Sommerspiele"-Video der Handwerkskammer Hannover

Hier nun ganz frisch das knapp 3-minütige Video zur Ausstellung, in dem die Leiterin der „Handwerksform“, Frau Dr.Sabine Wilp, einige Exponate vorführt.

Weiteres Bildmaterial (14 Fotos) fand ich in diesem Artikel der Hannoverschen Allgemeinen:
http://www.haz.de/Hannover/Aus-der-Stadt/Uebersicht/Spielerisch-durch-den-Sommer

"Sommerspiele" Hannover starten am Samstag

Wie ich schon vor gut vier Wochen anläßlich Malcolm Brooks neuester Skulptur hinwies, startet diese mit etwa 200 meistenteils mechanischen Kunstwerken/Automata bestückte Schau am Samstag in der Handwerksform Hannover (Eröffnung am Samstag, 2.6.12 um 12.00 Uhr, bis
7.Juli laufend)

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Andy Hazell „Big Fish“, Kurbelautomat aus Blech

Zusammengestellt hat diese Schau die rührige Hamburger Kunsthandwerksgaleristin Schnuppe von Gwinner , die in Ihrem Programm eine Spezialabteilung von Automata führt.
Und heute schrieb sie stolz in ihrem Blog, daß das NDR-Kulturradio heute morgen darüber berichtete. Auf der NDR-Online Seite gibt es in der Vorschau 10 Fotos ausgewählter Objekte. Nun hoffe ich nur noch auf einen filmischen Bericht, um die für Automata wichtigste Dimension, nämlich die der Bewegungen, erleben zu können.
Hier noch eine ausführliche Information der Handwerkskammer zu den Künstlerinnen und Künstlern und ihren Objekten:
http://www.hwk-hannover.de/23,0,2610.html
Und letzter Hinweis: am 16.Juni wird anläßlich der Nacht der Museen in Hannover Malcolm Brook persönlich anwesend sein, um in seine Kunst einzuführen.

Zwei Spielmaschinen von BOSS Display Corp. (USA)

Diese Firma aus Columbus, Ohio, hat sich spezialisiert auf interaktive Installationen für Sciencecenter und Kindermuseen. Einer der letzten Aufträge war eine sehr maschinenartige Kugelbahn für den Aberdeen Marina Club in Hong Kong, die konstruiert wurde von Christopher Westhoff und in ähnlicher Art schon vor drei Jahren gebaut wurde.

Richtig Stimmung ist im South Dakota Kindermuseum an dieser Wasserspielanlage „H2O“, an der die Kinder auch kräftig interagieren können:

Neues Altes aus dem CMT-Archiv.London

Sarah Alexander hat wieder ein Schätzchen aus dem CMT-Archiv hervorgeholt und über Youtube uns allen zugänglich gemacht (thanks very much Sarah !) Der Besuch bei Paul Spooner in seiner urig-ländlichen Werkstatt im äußersten Cornwall mit Interview durch das Regionalfernsehen gibt einen Einblick in sein geniales Werk mit manchen Objekten, die ich hier zum erstenmal erblicke. Nur schade, daß der Blick in diese Wunderkammer schon nach gut 5 Minuten endet.

Papiermechanisch gezaubert von Mengyu Chen (USA)

Die Designerin und Artdirektorin Mengyu Chen aus Portland,OR, entwarf einige flachmechanische Popups auf schwarzem Karton. Hier der sehr gelungene Versuch einer Kombination aus Schieben und Klappen, der eine fast filmische Bewegungsillusion hervorruft. Dank an den wundervollen Kunstblog COLOSSAL , wo es noch weitere Arbeiten von Chen zu sehen gibt.
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Grabungen im Internet. Schöner Fund: Christophe Caron(FR)

Zufallsfunde sind mir die liebsten. So geschehen gestern , als ich über eine französische Seite von einer Popup-Ausstellung in der Papiermühle Moulin du Got in der Nähe von Limoges erfuhr, dessen Links aber beide nicht funktionierten. Also weiter
gegoogelt und einen Zeitungsartikel darüber gefunden, in dem eine Szene abgebildet war, die mit Kurbelantrieb lebendig gemacht werden konnte. Unter dem Bild wurde der Name des Künstlers genannt: Christophe Caron. Nun hatte ich den Namen und googelte weiter und fand dann einen Bericht mit Bildern ganzer Vitrinen, in den flachmechanische Szenen mit Kurbelantrieb ausgestellt wurden in einem Centre Jacques Cartier in der Kleinstadt Brive-la-Gaillarde (südliches Limousin). Obwohl nun die Neugier auf eine Videodarstellung immer mächtiger wurde, war zunächst nichts zu finden, außer noch etwas über einen Weihnachtsmarkt von Meyllac, bei dem auch wieder mechanisierte Szenen mit Kurbelantrieb zu sehen waren.
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(Foto: FB-Seite von Christophe Caron )

Nach weiterem Googeln fand ich dann aber noch diesen Volltreffer, eine Fernsehsendung über Künstler der Region, bei der auch Christophe Caron mit einem mehr als 6-minütigem Porträt bedacht wurde. Hier zeigt er in seinem Atelier in Meyllac eine Reihe von Arbeiten, die die schöne Tradition der Metamorphosen aus dem 19.Jhdt. wieder aufgreifen: ein Bild wird durch einen Klappmechanismus so verändert, daß schlagartig eine zweite Bedeutungsebene erkennbar wird. Einfach Klasse !

Hier das Video , dessen Beitrag über C.Caron bei Minute 10.20 beginnt.

Murmeln, Klicker, Kugelmühlen…

behandelte eine Sendung im Bayrischen Fernsehen am letzten Samstag ( ich hoffe, daß der Podcast noch eine Weile erreichbar ist): http://www.br.de/fernsehen/bayerisches-fernsehen/sendungen/zwischen-spessart-und-karwendel/murmelgeschichten100.html . Es wurde über die Faszination des Murmelspiels und der Sammler berichtet und auch die Technologie der letzten Kugelmüller gezeigt, so wie am Gasthaus ‚Kugelmühle‘ ein Schleifgang für Marmorkugeln zu sehen ist (siehe auch das Foto aus diser Mühle in Marktschellenberg zwischen Berchtesgaden und Salzburg)
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(Dank an Dietmar Wächtler / Rolf Meurer ‚Schusserland‘)