Von der Rubber Band Gun zur Maschinenzwille

Beide haben den Charme von Bastlerkonstruktionen in Holzmechanik, sind aber fundamental verschieden in ihren Auswirkungen.

Schon vor Jahren begegnete ich den Videos von OGGCRAFT (JP), in denen handwerklich edel gearbeitete hölzerne Handschußwaffen
vorgeführt wurden, die mehr oder weniger automatisch eine Folge von Geschossen aussendeten, die wenig martialisch aus Gummiringen bestanden. Die letzte nicht sehr hochgerüstete Variante ist diese (es gibt aber auch ne machine gun mit über 500 Schüssen !):

Die zweite, auf die ich heute erst traf, ist die Maschinenzwille von dem Dortmunder Jörg Sprave, der wohl in den waffenvernarrten USA seine Hauptanhängerschaft hat, da bei ihm alles in Englisch stattfindet, so auch seine Erklärungen mit
dem lustigen deutschen Akzent. Dieses Teil ist nun ganz und garnicht mehr harmlos, wenn man sich die Durchschlagskraft der benutzten 20mm-Kugellagerkugeln anschaut.

Circus Boerhaave in Leiden (NL) ist…

eine Ausstellung des Wissenschaftshistorischen Museums Boerhaave, die mit Objekten des Cabaret Mechanical Theaters London bestückt wurde und noch bis Ende September dort zu bestaunen ist. Auch wenn die Automata zu großen Teilen altbekannt sind, ist es immer wieder schön, diese meisterlichen Arbeiten zeitgenössischer Automata-Kunst wiederzusehen, wie hier in diesem Video:

Und hier gleich noch ein zweites Video zu dieser Show:


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(Thanks to Sue Jackson, owner of CMT, London)

Mauricio Kagel’s Zwei-Mann-Orchester nun auch auf VernissageTV

VTV nahm nun am 23.April eine Aufführung des Zwei-Mann-Orchesters (siehe auch mein Bericht vom 14.April) im Baseler Tinguely-Museum auf und gibt im Folgenden einen viereinhalbminütigen Ausschnitt wieder. Es gibt auch die Möglichkeit über VTV das gesamte fast 70-minütige Konzert zu erleben, wenn man Mitglied wird. Im hier gezeigten kleinen Ausschnitt arbeiten sich die Interpreten Wilhelm Bruck und Matthias Würsch mit ihrem Ganzkörperanschluß an das Instrumentarium in einen faszinierenden Dialog verschiedener Rasselgeräte hinein.

(Via VernissageTV)

Morgen Riesenkugelbahn in Kita St.Marien in Bonn

Nach einem Vierteljahr des Planens und Ausprobierens soll es morgen mit der Endmontage losgehen und am gleichen Tag zwischen 16 und 20 Uhr Vorführungen und ein Abschlußfest stattfinden. Als Vater-Kind-Projekt zum besseren Kennenlernen initierte Christian Gogos die Idee, eine Kugelbahn durch drei Räume der Kindertagesstätte zu bauen. Als ich davon in der Zeitung las, nahm ich Kontakt zu der Gruppe auf und staunte nicht schlecht über die Eigendynamik, die dieses Vorhaben bekam. Man muß dabei bedenken, daß die Väter voll in ihren Berufen stehen und keinerlei Erfahrung mit diesem Thema hatten. Sie taten sich zu Gruppen zusammen um Abschnitte zu übernehmen und besorgten sich einen Fundus aus den unterschiedlichsten Materialien, die sie sich meist über Beziehungen schenken ließen oder preiswert erstanden. Das WDR-Lokalfernsehen (Lokalzeit Bonn) will morgen einen Bericht drehen, den ich nach der Sendung als Link hier mitteilen werde. Für die Kinder der morgen hier arbeitenden Väter habe ich einen Raum als „Kugelerlebniswelt“ mit einer Reihe von Kugelspielzeugen aus meiner Sammlung ausgestattet.
Blick auf einige rumstehenden Teile der noch zu montierenden Bahn:
P1030400
links ein Bahnteil in Wellenform (Sperrholz unter Wasserdampf geformt), in der Mitte ein Trichterteil, wobei ein Globus daran glauben mußte, und rechts eine von zahlreichen Lochsäulen für die Aufnahme der Bahnteile und Schlauchleitungen.
Die Kita befindet sich am Nordrand der Bonner Altstadt, gegenüber vom Frankenbad an der Kirche St.Marien.

Unglaubliche Balancierleistung eines französischen (?) Künstlers

Der unbekannte Künstler baut in knapp 9 Minuten ein immer komplexer werdendes, leicht schwingendes Gebilde aus Holzstangen/ästen auf. (Via Wimp.com)

Erinnert mich rudimentär an die Labiles des Berliner Künstlers Joachim Noack, der seine ausnehmend schönen Holzskulpturen als Teilesammlung anbietet, die vom Kunden nur in geschickter und geduldiger Weise zusammengesetzt werden können, um dann höchst labil vom kleinsten Lufthauch in sanfte Schwingungen versetzt zu werden. b_zwitschermaschineravgross
Photo: (C)Joachim Noack: Zwitschermaschine Ravel
Und hier gibt es noch ein Video dazu: http://www.joachimnoack.de/labile01_01.html

John Frame Ausstellung in der Huntington Library bei LA

In dieser Ausstellung bei Los Angeles , die noch bis 20.Juni läuft, wird das neuere Werk von John Frame gezeigt, darunter etwa 3 Dutzend geschnitzte Figuren, viele davon mechanisch, die er für seinen Stop-Motion-Film „Three Fragments of a Lost Tale“ herstellte. 5 Jahre arbeitete er an diesem düster beeindruckenden Kurzfilm, der ein Teil eines noch weiterlaufenden Projektes darstellt (via BoingBoing)

Three Fragments of a Lost Tale from John Frame on Vimeo.

Es gibt davon ein edel photographiertes Katalogbuch mit 112 Seiten, was über Amazon sehr preiswert importiert werden kann.
Ein von Johnny Coffeen gefilmtes achtminütiges Portrait hat die Huntington Library ins Netz gestellt:

Takahashi Yamamiya’s "Minimal Music Machine" – aus genähten Hölzern ! U.a.m.

Der japanische Programmierer Takahashi Yamamiya versucht es hier mal ganz ohne Nägel oder Schrauben.Siehe auch die Photos bei FLICKR. Der große Freund von Holzmechanik hat auch ein Modell eines binären Halbaddierers entwickelt, welches er auf seiner Webseite hier erklärt und in diesem Film vorführt:

In den 90er Jahren ist er mit einigen sehr skurrilen Maschinenperformances aufgetreten. Siehe seine Webseite unter „sculptures and performances“. Es gibt auch ein Video darüber: