-Dieser Blog bearbeitet Informationen, Medien und Links zu bewegten Skulpturen (Kinetische Kunst), Kugelbahnen, kuriosen Maschinen, Automata und Papiermechanik. – This blog is devoted to the subject of Kinetic Art, Rolling Ball Sculptures, Automata, weird machines and wooden and paper mechanics.
Mit um die 40 Maschinenmodellen, großenteils interaktiv und damit durch die Besucher selbst zu betätigen, und vielen Schautafeln versucht die Ausstellung das Universalgenie Leonardo in diesem Bereich seines Schaffens uns näher zu bringen. Sie läuft noch bis Ende Januar 2010 im Städtischen Kramermuseum in Kempen bei Krefeld. Hier ein Blick in den Ausstellungsraum:
Eine ganz neue Spardose ist die „Itazura Coin Bank“ aus Japan, die allerdings hier nicht erhältlich ist:
Eine weitere ist die münzfressende FACEBANK, die es allerdings schon über 2 Jahre gibt:
Die liebste ist mir jedoch die alte Vogelspardose (seit 1956) von der Firma BOLZ aus Zirndorf, Deutschland. Hiervon gibt es natürlich auch fernöstliche Kopien, wie bei allen interessanten Blechspielzeugen (kann es aber bei folgendem Video nicht beurteilen):
Der brasilianische Designer Ricardo Seola studiert in Mailand und schuf dieses Musikspielzeug, bei dem – auf sehr unübliche Weise – der Programmträger die Schiene ist: „Original Sound Track“
http://www.designboom.com/weblog/cat/8/view/8290/the-original-sound-track.html
Die japanische Aktionskünstlerin Koki Tanaka, jetzt in Los Angeles lebend,
hat viele ihrer Aktionen als Kurzfilme auf Youtube veröffentlicht, siehe auch ihre Webseite. Hier ein Beispiel von 2005 „Buckets and Balls“
Osamu Kanda baute mit „Stairs“ ein Modell eines alten japanischen Spielzeuges der Edo-Periode (17.- 2.Hälfte 19.Jhdt.)nach. Die beiden Figuren steigen sich gegenseitig überspringend eine Treppe hinab. Die Stäbe, an denen die Figuren gelenkig angebracht sind, sind in diesem Modell recht klobig kistenartig geraten, was durch die notwendige Gewichtsverlagerung verursacht wird, die durch in den seitlichen Kästen hin und her rollende Kugeln besorgt wird.
Das Nürnberger Spielzeugmuseum besitzt einige Originale der „Chinesischen Treppenläufer“, in Thüringen in der Mitte des 19.Jhdts. gefertigt, die in der Virtuellen Depot mit Eingabe von „Treppenläufer“ angesehen werden können. Das gewichtsverlagernde Medium in den Stäben ist hier in Glasröhren eingeschlossenes Quecksilber (!!), ein für unser heutiges Sicherheitsverständnis unsäglicher Zustand.
Der 1803 erschienene Katalog des Nürnberger Spielwarengroßhändlers
Georg Hieronimus Bestelmeier verzeichnet dieses Spielzeug als Nr.826
auch schon : „…Die 2 sich übereinander schlagenden chinesischen Gauckler, sie sind an 2 Stangen vest gemacht, und überwerfen sich 5 mahl, bis sie die Treppe herunterkommen. Ein Stück von dieser Art kostet
8 fl. …“
Ein ähnliches Spielzeug erklärt Dr.Dave und Dr.Tom mit seinem Video
„Tumbling Toys Physics“
Luftlinie 11km nordwestlich von Trier liegt der kleine Ort Rosport mit seinem noch jungen Museum Tudor, gewidmet Henry Tudor, einem Pionier der Autoelektrik, der die ersten gebrauchsfähigen Bleiakkumulatoren entwickelte und produzierte. Dieser Youtubefilm stellt das Museum vor und zeigt bei 0.57 ganz kurz einen Ausschnitt aus der zimmergroßen Installation A1 (Entwurf und Modell Bernhard Laufer, übrigens der Autor des Perpetuum Mobile Buches, und Ausführung Schreinerei Holz&Glas, Ladenburg), von der die Saarlandwelle SR3 berichtete: „Die Erfahrungen der damaligen Zeit werden auch deshalb lebendig, weil mit viel Holz, Hammer, Wind- und Wasserrad eine Art Perpetuum Mobile nachgestellt worden ist, das die Geräuschkulisse des 19.Jhdts. wiedergibt…“
Bei Klick wird dieses Video von YouTube geladen und Daten gesendet. Details siehe (Datenschutzerklärung).
Aus dem Bildband „Installation A1“ von Bernhard Laufer: Impressionen
vom Bau der Installation in Ladenburg durch die Schreinerei Holz&Glas.
„Muse descending a staircase“ ist das Neueste von dem Australier Brett Dickins. Hier zu sehen im Ausstellungsbetrieb:
Dickins hat auch eine Reihe kinetischer Wandobjekte geschaffen, wie z.B.
„Prototype Mechanism 2“, das entfernt an Gansons „Yellow chair“ erinnert, oder „Salient“, ein Räderwerk mit Kugellauf (Ping-Pong-Ball)und weitere interessante Holzmechanik, insgesamt 8 Videos !)
ist Maschinenkünstler und hat einen Lehrauftrag an der Elitehochschule Carnegie Mellon University in Pittsburgh. „Cloud“ ist ein schräg in den Raum ragendes pflanzenartig wucherndes Maschinenungetüm, das aber im absoluten Gegensatz zur räumlichen Wucht aus leichtem Styropor in pinkfarbener Maschinerie zweckfrei in sich selbst kreist (siehe Video im o.a. Link).
15 weitere Installationen sind auf seiner Webseite meist auch mit Videos dokumentiert. Somit ist Gregory Witt
sicherlich bald ein Kandidat fürs Maschinenkunst-Walhalla „Kinetica“ in London !