Joseph Herscher und sein Team treiben den Goldbergismus in ungeahnte Höhen der Komplikation. https://www.youtube.com/@JosephsMachines/videos
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Spiel und Kunst mit Mechanik II
-Dieser Blog bearbeitet Informationen, Medien und Links zu bewegten Skulpturen (Kinetische Kunst), Kugelbahnen, kuriosen Maschinen, Automata und Papiermechanik. – This blog is devoted to the subject of Kinetic Art, Rolling Ball Sculptures, Automata, weird machines and wooden and paper mechanics.
Joseph Herscher und sein Team treiben den Goldbergismus in ungeahnte Höhen der Komplikation. https://www.youtube.com/@JosephsMachines/videos
Der geniale japanische Ingenieur, der schon vor einigen Jahren mit seiner die Zeit schreibenden Uhr als Examensarbeit Furore machte (ich berichtete mehrere Male auch über weitere Schöpfungen von ihm), hat nun im 3D-Printverfahren ein Behältnis für Mobiles hergestellt, das er mit einem flachen Aufsatz versah, der eine komplette reliefartige Kugelbahn enthält, deren Antriebsenergie vom Mobile gespeist wird ! Es gibt einen Kit, den man zusammensetzen kann. Hier sein 12-min Video:
Wie tausende und abertausende Kürzestfilmchen ohne Quelle und nähere Infos in irgendwelchen Sammelkanälen zu finden sind, so auch dies, jedoch als interessante kreative Variante von fadengesteuertem Puppenspiel.
(Foto Wikipedia Jan Svankmajer )
Der große surrealistische Animationsfilmer Jan Svankmajer (früher Prag) feierte im vergangenen September in seinem Schloß Horni Stankov tief im Böhmerwald, wo er seine Sammlungen von Objekten als „Kunstkamera“ lagert und es als Atelier benutzt, seinen runden Geburtstag. Dazu schrieb der Filmdienst einen ausführlichen Artikel:
https://www.filmdienst.de/artikel/68782/jan-svankmajer-werkportraet
In diesem Artikel heißt es auszugsweise:
„Es ist schier unmöglich, die hier angehäufte Fülle an künstlerischen und kulturhistorischen Fundstücken auch nur annähernd zu erfassen. Galante Porzellan-Figurinen stehen neben ethnologischen Artefakten (unter anderem afrikanische Häuptlingsthrone, Amulette, Masken, animistische Altäre). Dazwischen tummeln sich Puppen aller Art: an Stricken und Stäben, aus Stoff, Holz, Metall, mit verborgenen Uhrwerken und Glockenspielen, indonesische Schatten-Figuren, böhmische Marionetten, dreist grinsende Kasperle, Teufel, Engel und so weiter. Es gibt mechanische Spielzeuge und blecherne, bunt bemalte Fundstücke von Jahrmärkten und Rummelplätzen….“ Dieser letzte Satz macht mich hoffnungsvoll, daß wir in seinen Sammlungen diesen alten mechanisch-szenischen Schießscheiben aus Jahrmarktschießbuden um 1900 wiederbegegnen können, die er in seinem Kurzfilm „Punch and Judy“ von 1966 schon in der Eingangszene kurz nach der Affenkapelle zeigte:
Ohne die Magie dieses Filmes mindern zu wollen, bin ich glücklich, diese kleine Szene als Dokument herausgreifen zu können, die uns einen interessanten Aspekt längst untergegangener Jahrmarktskultur vorführt.
Am 25.Januar um 20 Uhr und am 26.Januar um 18 Uhr treten die beiden Klangkünstler Erwin Strache und Henry Schneider in der Leipziger Schaubühne Lindenfels jeweils als Duo auf.
(Foto aus dem Video. Alle im Film vorkommenden Objekte sind real hergestellt und nicht aus digitalen Computerwelten generiert !)
Joseph Wallace ist ein englischer Animationsfilm- und Puppenkünstler, der diesen Clip für die Luxus-Fashionmarke LOEWE machte, die wiederum das Design des japanischen Künstlerpaares von Suna Fujita buchten. Das 1.15 kurze Video ist im Stil der Bildwelten von Suna Fujita gehalten und ein kunsthandwerkliches Bonbon, das starke Einflüsse des Marionettenspiels mit der Kunst der Automata verbindet. Hier nun das Video:
https://www.josephwallace.co.uk/loewe-promo
(Man beachte auch die Nachbarvideos auf der Instagramseite, die auf den Herstellungsprozeß eingehen ! https://www.instagram.com/josephwallacedirector/ )
Ich kann mich nicht sattsehen an den Video-Kompilationen des argentinischen Physiklehrers und Eisenplastikers Guillermo Galetti, der in seinen Reels in unterschiedlichen Mischungen figurative Kinetik darbietet. Hier in schnellem Schnitt und unterlegt mit der pulsierenden Musik von Deep Purple’s Hush ( https://www.instagram.com/ladrondechatarra/) das Video, Link unten!
Nachdem ich vor etwa 5 Jahren dieses etwas abseitige Thema hier ansprach und 5 Beispiele aufführen konnte, bin ich jetzt auf weitere gestoßen. In dem Buch des Technikhistorikers Franz Maria Feldhaus „Ruhmeslätter der Technik“ aus dem Verlag Brandstetter, Leipzig 1926, wird in einem kleinen Abschnitt ein Kirchenaltar bei Dachau und einer in Schönthal/Jagst erwähnt. Bei ersterem hatte man „einen Christus am Kreuz, der die Augen, den Mund und den Kopf durch Schnurzüge bewegen konnte“. Bei dem Altar in Schöntal konnten sich zwei gegenüberliegende Engel automatisch aufeinander zu bewegen und wieder zurückfahren. Von diesem Altar hat Feldhaus in seinem Buch jeweils von der Vorderseite und der Rückseite mit der dort sichtbaren Mechanik ein Foto, siehe unten. Über den heutigen Zustand – nach fast hundert Jahren – habe ich über das Internet nichts mehr erfahren. Es ist bei Feldhaus auch nicht klar, welche Kirche er genau meinte. 

Und nun ein Sprung in die Gegenwart: Der Kölner Künstler Ivo Weber schuf 2006 „Johannes – eine Taufmaschine“. Sie dürfte allerdings eher in einer Kunstgalerie als in einer Kirche zu erleben sein. https://www.ivoweber.de/index/johannes/
(Foto, siehe Webseite Ivo Weber oben)
Ob das auch in das „Maschinenbuch“ von Gottfried Hattinger, Scheidegger & Spiess, Ende 2021, gepaßt hätte ? Sein erstes Kapitel ist den Gottesmaschinen gewidmet !
Das Macher Festival fand erstmalig jm vergangenen Jahr statt und wurde durch die Real Life Guys aus dem hessischen Pfungsstadt organisiert. Es sind die Mickenbecker Zwillinge Philipp und Johannes, dessen Bruder Ph. leider durch ein tragisches Flugzeugunglück ums Leben kam. Sie wurden berühmt durch ihren Youtubekanal, in dem sie außergewöhnliche DIY-Aktivitäten zeigten und nun dieses Festival organisierten, welches sich stark von den Maker Faires unterscheidet. Zunächst ein 7-min Report von RTL über die Real Life Guys: https://www.rtl.de/videos/real-life-guys-bauen-verruecktestes-haus-der-welt-649c5d1a8309088447059402.html
Und nun der Halbstunden-Bericht über das Macher Festival, das auf einer Halbinsel im See des renaturierten Tagebaugeländes Ferropolis bei Gräfenhainichen/Sachsen-Anhalt, südöstlich von Dessau stattfand.
Mehmet Eray Cakir aus Istanbul schreibt in seinem Infotext, daß dies sein Erstling im Gebiet der Automata sei. Dafür ist es erstaunlich perfekt in Design und Bewegung. Im FB finden wir ein kurzes Video: