Iker Vicente(MX): Entwicklung eines mechanischen Straßentheaters

Wie man am Youtubekanal von Iker Vicente aus Mexico City sehen kann, gibt es einige Projekte, die genau in unser Blogthema passen, so die Vorbereitung einer Aufführung der Performance „Articulo 13“ für ein Festival in Frankreich: Le Fournau in Brest. Interessant, wie er Schaueffekte entwickelt, inspiriert von altem mechanischen Spielzeug und auch der Tradition des Theatrum Mundi: über Schienen gerollte figürliche Skulpturen bewegen sich.

Kunstpferde mit Theo-Jansen-Mechanik in mexikanischem Umzug

Anläßlich des 200.Jahrestages der Unabhängigkeit Mexikos fand in Mexiko-City 2010 ein Umzug statt, in dem auch eine Gruppe um Iker Vicente und Jose Antonio Garduno das Thema der Revolution ins Bild setzte. Das Team um die beiden Künstler führte imposante mechanische Figuren durch die Straßen.

(via Roberto Louma’s Youtubekanal )
Und hier noch ein 11.36-Bericht auf Vimeo:
http://vimeo.com/30400240

Der Kinetikkünstler Pete Beeman (USA)

Der in Portland, Oregon, ansässige Künstler ist in den letzten Jahren mit kinetischen Großskulpturen im öffentlichen Raum hervorgetreten und bekam Aufträge quer durch die United States. Ein Teil seiner Arbeit ist aber auch auf Skulpturen in Innenräumen gerichtet, so wie in diesem schon über 10 Jahre alten fünfminütigen Fernsehbericht mit teilweise sehr skurril-humorvollen Arbeiten, wie z.B. das 6-beinige Pferdfahrrad oder der ängstliche Stuhl, der bei Annäherung eines Passanten abhaut.
http://www.opb.org/programs/artbeat/segments/view/546
Hier die Skulptur „Meuterei an Bord der Cutty Sark“, die er in Zusammenarbeit mit Heidi Cody schuf und in New York ausstellte:

( Über den wundervollen Cyberneticzoo , der sich natürlich
besonders für das Fahrradpferd – offiziell ’six legged bicycle‘- interessierte )

Simon Blades im House of Katmandu, Mallorca

Im Film über das damalige Museum of Automata, York, wurde gegen Ende die robotische Kugelbahnskulptur von Simon Blades gezeigt. Nach einigen Jahren aus dem Blick geraten,
entdeckte ich Simon Blades mit zwei großen Automaten im House of Katmandu (Mallorca) wieder. Dies ist ein gigantischer Unterhaltungstempel und als Themenpark eine Touristenattraktion. Dort findet sich einmal die mechanisierte Liebesgeschichte „Rose“:

Und zum Zweiten eine Weiterentwicklung des damaligen Kugelbahnroboters aus York (entschuldigt das liegende Format):

Das Besondere an den beiden Skulpturen ist die Steuerung, die ausgehend von einer Steuerwalze mit Kurvenstegen als Programm und Seilzügen zu den beweglichen Teilen vollkommen mechanisch angelegt ist. Nur die Walzendrehung wird von einem Elektromotor besorgt.

Museum of Automata, York (GB), 1990-1996

Vor ziemlich genau 20 Jahren hatte ich das Glück, dieses einzigartige Museum zu besuchen, was leider nach nur 6 Jahren wieder geschlossen wurde. Die halbstündige Museumsdokumentation zeigt diese sehr niveauvolle Sammlung und führt die Besucher durch die Geschichte der Automaten bis zu zeitgenössischen Werken der berühmten englischen Szene. Eine Besonderheit ist hier auch dokumentiert, nämlich die Unterhaltungsautomaten mit derb-volkstümlichen Themen, wie sie auf der Pier eines englischen Seebades gestanden haben könnten. In dieser Abteilung finden sich auch manche münzbetätigte Automaten von Frank Nelson, der durch seine Heimatststadt Blackpool in dieser Hinsicht stark geprägt wurde. Aber das ist nur ein kleiner Aspekt in dieser großartigen Sammlung gewesen. Übrigens gab es dort auch einen
Kugelbahnroboter von Simon Blades, der mir viel später wieder
im Internet begegnet ist (darüber aber mehr in einem der nächsten Beiträge).
Und wieder ganz großen Dank an den Grabungsleiter der Automata-Archäologie, Sergio Pinese, Youtubekanal.