Seltenes Erlebnis in Köln: Karakuri-ningyo (JP)

Was ich am 16.Okt. hier ankündigte, habe ich nun am vergangenen Mittwoch persönlich im Japanischen Kulturinstitut Köln erleben dürfen: traditionelle japanische Automatenkultur, wie sie in Deutschland kaum so schnell ein zweites Mal zu sehen sein wird. Den Einleitungsvortrag hielt Prof.Dr.Suematsu, einer der besten Kenner der Karakuri, der deren Historie bis zur modernen
japanischen Robotik aufzeigte. Der Höhepunkt bildete natürlich der Auftritt des letzten lebenden Kunsthandwerkers
Japans, der die Herstellung und Restaurierung solcher überaus erlesenen Stücke beherrscht: TAMAYA Shobei IX (Ausbildungszeit 15-17 Jahre !). Meine Videos geben keine Erklärung der Objekte, sie sind nur kurze Impressionen aus der Veranstaltung, die übrigens gedolmetscht werden mußte.

Und hier das komplizierteste Stück (150 Jahre alt):

Nach der Veranstaltung hatte ich noch die Gelegenheit, kurz mit Prof.Suematsu zu sprechen, der mir den Link zu seiner
Webseite „Karakuri Frontier“ gab mit einer Reihe von Abbildungen zur Karakuri Tradition in Japan:
http://www.wb.commufa.jp/karafro/karafro.html
(bei der englischen Version funktionieren bei mir die Links mit einer Ausnahme nicht)

Zum Abschluß eine Animation einer rätselhaften Mechanik dieser über Pfähle steigenden Figur (Pole step walking)von TAMAYA.
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Maurice Collins , "Britain’s Best Collector"

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erhielt diese Auszeichnung für seine Sammlung ausgefallener Gerätschaften über die er im ESRA Magazine
Forum berichtet:
http://esra-magazine.com/blog/post/codds-wallop
Er ist auch Autor zweier hübscher Bildbände mit jeweils über 220 Seiten (Verlag David & Charles, GB), siehe hier:
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Und hier ein Video, in dem der Autor einige ausgewählte Exponate vorführt:

Erwin Stache: Waschmaschinenprogrammscheibenorchester u.v.a.m. in Bonn

Der renommierte Klangkünstler Erwin Stache aus Leipzig beendet seine Arbeit als Stadtklangkünstler der Stadt Bonn 2011 mit einer Ausstellung in seiner temporären Studiogalerie Friedrichstr.38 (sinnigerweise wenige Schritte vom Beethovenhaus entfernt), die am kommenden Sonntag eröffnet wird und bis zum 8.Januar besucht werden kann. Näheres hier.
Aber viel anschaulicher ist der heutige Zweidreißig- Bericht im WDR-TV, Lokalzeit Bonn, Mo.24.10., den drittletzten Beitrag anklicken (Achtung: nur eine Woche lang zugänglich) !

http://www.wdr.de/mediathek/html/regional/rueckschau/lokalzeit_bonn.xml

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(Programmscheiben des Waschmaschinenprogrammscheibenorchesters. Photo: Webseite E.S.)

"Geliebtes Holz" Spielzeug aus der Sammlung Schulz-Wahle in Wolfsburg

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250 Exponate der exquisiten Sammlung von Holzspielzeug des Hanauer Ehepaares Doris und Gerhard Schulz-Wahle werden noch bis 5.Februar 2012 im Stadtmuseum Wolfsburg gezeigt.
Viele der Objekte tragen eine einfache, offen sichtbare Mechanik in sich und manche, so die sehr kleinen Kobe Dolls aus Japan, haben sie im Inneren versteckt. Leider gibt es bis jetzt noch kein Filmdokument darüber, jedoch soll es in sehr geringer Anzahl noch Exemplare des 64seitigen Katalogbuches aus der Vorläuferausstellung in Hanau geben.
(Ausstellungsankündigung, Wolfsburg)

rotsch-o-mat (CH) hat seine Webseite neu gestaltet

Dahinter steckt Roger Weber aus Aarau, gelernter Goldschmied und freier Schmuckgestalter mit einer Vorliebe für Automata: rotsch-o-mat
Am Anfang seines Automatenkapitels befindet sich ein Video
von seiner Rocking Robodrink Machine, die seine Jukebox
auf der letztjährigen Roboexotica in Wien begleitete. Hier das Video:

Von dieser Veranstaltung berichtete ich schon früher. Ich habe jetzt noch ein anderes Video gefunden, in dem weitere
teilweise äußerst skurrile Maschinen vorgestellt werden:
http://www.youtube.com/watch?v=q7iK3xB_cRg&feature=related
Übrigens findet die nächste Roboexotica vom 1.-4.Dezember 2011 statt.
(Dank an Rotsch !)

Alte Arcade-Automaten

Ein ganz simples Stück und sicher inspirierend für ein schulisches Technikprojekt, in dem man ein Spielgerät für ein bevorstehendes Schulfest bauen möchte, ist dieser schon fast 3 Jahrzehnte alte „Whirly Bucket“ von Exidy:

Von der gleichen Firma gibt es den „Old Time Basketball“, der interessante figürliche Mechanik zeigt:

Wer mehr alte Automaten sehen möchte, kann ja mal den Youtubechannel des Sammlers Mickey Treat aus Rochester,NY,
aufsuchen, der 320 Videos dort versammelt hat, darunter auch dieses über das hier schon mehrfach genannte Musee Mecanique von Dan Zelinsky aus San Francisco, allerdings so amateurhaft gefilmt, daß es einer visuellen Achterbahn gleichkommt:

Hier aber noch ein professionell gefilmter halbstündiger Bericht:

Eine Art Halloween-Figur des 17.Jahrhunderts…

war der angekettete Sklave, eine dämonische Figur in Lebensgröße, die in der Kunst-und Wunderkammer des Manfredo Settala in Mailand stand. Gleich ganz am rechten Rand des Kupferstichs ist eine Wandnische erkennbar, in der der Sklave mit sichtbarem nackten Oberkörper herausschaute.
Trat ein Besucher in die Nähe dieser Figur, so löste er über eine Bodenplatte einen versteckten Mechanismus aus, der bewirkte, daß der Sklave den Kopf bewegte, ein schreiartiges Geräusch ausstieß und den Betrachter bespuckte.
Übrigens übersetzte GOOGLE mir das italienische Wort l’automa meccanico (mechanischer Automat) mit dem wundervollen Anachronismus „Automechaniker“ !
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( Bild gefunden in wunderkammer )