RIP: David Beck (USA)

Erst jetzt erfuhr ich, daß David Beck im vergangenen Oktober in San Francisco verstorben ist. Ich habe zweimal hier über ihn geschrieben, einmal vor drei Jahren und einmal vor vier  Jahren, als die Filmemacherin Olympia Stone ein 70-Minuten Porträt des Künstlers herausbrachte: „Curious Worlds – The Art and Imagination of David Beck“. Hier der Trailer dazu:

Die Todesnachricht erreichte mich durch diesen Nachruf von Oriane Stender im Blog HYPERALLERGIC: https://hyperallergic.com/470181/remembering-the-curious-worlds-of-sculptor-david-beck/ , an dessen Ende noch ein Link zu dem genannten Film „Curious Worlds“ steht, um ihn gratis in voller Länge sehen zu können.

Hier noch ein Frühwerk von David Beck aus dem Jahre 1984:

David Beck hat seinen eigenen Videokanal mit 28 Filmen zu seinen Objekten bei VIMEO David Beck Artworks, wo es einleitend heißt

„David Beck’s work is inspired by 17th century des Cabinets de Curiosités. From carved wood, brass, and paint, Beck creates a fantasia of nature that is both humorous and ominous. These intimately scaled and intricately crafted figures of moths, fish, and elephants fly, swim, and bare their fangs by means of small hand cranks. As John Parks has written, ‚initially the senses are entertained by the extravagant detail of the carving, the intricate movements of the figures and the curious sounds they sometimes make. The works invite wonder in the same way a marvelous and complicated toy captivates a child.‘
Although it references Joseph Cornell, German Gothic carving, American folk art, Outsider art, Asian art, comic book humor, European cabinetry, and certain 18th century European mechanical toys, Beck’s work is without peer in contemporary art. His work has been exhibited in many major national and international museums, including the Fundació ‚la Caixa‘ in Barcelona, Spain, the Smithsonian American Art Museum in Washington, D.C., and the Metropolitan Museum of Art and the Guggenheim Museum in New York.“

 

Dorian Bracht: Amazing Japanese Wood Joinery

Der junge Berliner Kunsttischler hat die alte Tradition japanischer Holzverbindungen studiert und gelernt. Auf Youtube hat er zahlreiche Verbindungen dokumentiert und ihren Werdegang aufgezeigt. Hier einen Teaser von DeMilked:

Wood Joinery

Amazing Japanese wood joinery:By Dorian Bracht goo.gl/rBDPLJ

Gepostet von DeMilked am Dienstag, 6. Juni 2017

 

Mike Hasanov: Vintage Window Taper

Mike Hasanov ist Sammler, Restaurator und Händler alter münzbetätigter Unterhaltungsautomaten. Er betreibt bei  Chikago seinen Betrieb „Vintage Coin-Op Restorations“ und hat viele Automaten in Youtubevideos dokumentiert. Der hier gezeigte ist eine seltene Form von Reklameautomaten, die die Aufmerksamkeit von Passanten erwecken, indem eine mechanische Figur mit einem Stöckchen von der Innenseite aus an die Schaufensterscheibe klopft und in diesem Fall noch ein Blättermechanismus die Werbebotschaft zeigen kann (hier Pinupgirlbilder). Übrigens besitzt Bernhard Paul (Zirkuschef von Roncalli) ebenfalls einen Scheibenklopferautomat, den wir vielleicht einmal real sehen können, wenn Pauls geplantes Museum in Köln fertiggestellt sein wird.


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In diesem Zusammenhang kann ich auf meinen fast 9 Jahre alten Artikel über den Aufsatz der Berliner Restauratorin Gesa Witt verweisen, die einen Reklameautomaten für ein süddeutsches Museum restaurierte, der aber einen ganz anderen Mechanismus zum Vorführen verschiedener Werbebotschaften hatte:  https://spikumech.de/gesa-witt-schoenheit-bewegung-mechanischen-reklameautomaten-9454120

Klangkrachduo Stache/Schneider: endlich endlos atmen, Leipzig

Erwin Stache und Henry Schneider führen ihre Darbietung „endlich endlos atmen – ein Spiel zwischen Geige und singender Sackkarre“ am 16.und 17.März in der Schaubühne Lindenfels, Leipzig,  auf  (siehe  auch die Webseite von Erwin Stache ) „Die beiden Landmaschinensinfoniker Henry Schneider und Erwin Stache sind jedes Jahr in Stelzen zu erleben. Diesmal in Leipzig mit eigenem Programm erklingen alle möglichen und unmöglichen Instrumente. Eine Nähmaschine atmet, Papier rauscht, Luftpumpen schallen durch den Raum. Seltene Instrumente wie die Nyckelharpa oder Nagelgeige werden mit elektronischen Eigenkonstruktionen verknüpft. Viel Aktion, viel Klang und Musik – eine Maschinensinfonie, mit traditionellen Wurzeln. Am Ende wird ein Mensch selbst zum Klang. Sein Puls, sein Atmen, sein Kauen sind Begleitstimmen zur Melodie der Geige bis die Orgelpfeifen, die gerade noch die Stimmen von sechs Kuckucksuhren waren, an Ballons gekoppelt nach oben fliegen.“

Gestern gab es eine Hörfunksendung von hr2 in der Kulturreihe „Doppelkopf“ mit der Redakteurin Karin Röder im Gespräch mit Erwin Stache , 50 Minuten lang , mit Musikbeispielen:

https://www.hr2.de/programm/podcasts/doppelkopf/der-klang-kuenstler-erwin-stache-erzaehlt-von-seinen-projekten,podcast-episode42098.html  

 

Gioacchino Salvatore Grieco: Automata

Dieser Künstler aus Marconia,  Süditalien, hat sich auf hölzerne Modelle spezialisiert.   In einem Ausstellungstext von „L’arte lignea“(Sommer 2017) heißt es u.a. „Seine Werke werden vollständig von Hand gefertigt, ohne die Unterstützung von Maschinen, außer dem Bohrer zum Bohren und einer Metallsäge sowie Messer und Glaspapier, um sie zu formen …“ Und weiter „In dieser Ausstellung werden ungefähr sechzig Stücke gezeigt, darunter viele ähnliche, wie: „der Mann, der einen großen Felsblock schiebt“, „Fahrräder“; Dreirad; Velocipedes „und Autos fast aus“ Leonardiana „Speicher, Karren und Schubkarren, Schaukelpferden, Karren, Wagen im westlichen Stil, Uhren mit animierten Pferden und andere. Durch seine Wahl wollte er ihnen keinen Namen geben und der Fantasie der Besucher Raum geben. Viele von ihnen sind dynamisch und werden durch Mechanismen animiert, die Bewegungen erzeugen, in denen sich die fast verborgenen kleinen Pleuel und Kurbeln befinden, in einer Mischung aus Genie und Genialität Fantasie.“(Google Übersetzung)

Hier nun sein Pferd , ein Handkurbel getriebenes Automaton, dessen Laufbewegung sehr gut getroffen ist:

Un cordiale saluto ☺Con il legno. ….il mio passatempo ☺

Gepostet von Gioacchino Salvatore Grieco am Donnerstag, 22. Februar 2018

Und der grüßende „Pinochio“

Dedicato a Voi ?.

Gepostet von Gioacchino Salvatore Grieco am Dienstag, 8. Januar 2019

Klimt-Gemälde als mechanische Skulptur im Karnevalszug von Putignano (IT)

Diese Riesenskulptur nach dem Klimtgemälde „Der Kuss“ von 1905 ist der virtuelle Renner bezogen auf Karnevalszüge  im Internet. Überhaupt bieten italienische Umzüge ein Maximum an fantasiereicher skulpturaler Mechanik. Viareggio und Putignano haben da eine große Tradition, die heute zum Turismusfaktot geworden sind. Viareggio liegt in Norditalien an der toskanischen Küste zum Ligurischen Meer zwischen LaSpezia und Livorno und Putignano in Süditalien in Apulien  zwischen Bari und Tarent.

Le "Baiser" de Klimt dans un carnaval en Italie

Quand l'oeuvre la plus célèbre de Gustav Klimt prend vie !Plus d'idées créatives sur >> Creapills

Gepostet von Creapills am Montag, 25. Februar 2019

Alexej Morozov (RU): Wimmelautomat „Ländliches Leben im vorrevolutionären Russland“

Im Gegensatz zu den brasilianischen Automaten des vorangegangenen Kapitels sind die holzgeschnitzten Figuren von Morozov viel realistischer und detaillierter herausgearbeitet und mit Stoffkleidung versehen, welches seine Frau besorgte. Dieses einmalige Ensemble von 49 Figuren baute Morozov zwischen 1905 und 1912, setzte es auf einen Karren und zog damit von Frühling bis Herbst quasi als Schausteller  über Land zu Jahrmärkten zwischen dem Ural und Kasachstan . Heute ist es im Besitz des Puppentheatermuseums in Ulyanovsk (870 km östlich von Moskau).  Einen informativen  englischen Artikel von Anna Sorokina dazu findet man in der Theatre Times, einer globalen Theater News Plattform.


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Und hier noch ein russisches Video , welches ohne das Bild überlagernde Texte auskommt.


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Mestre Molina (BR): Geringoncas

Die skulpturale Analogie zu den Wimmelbilderbüchern, einem Typus der Bilderbuchillustration, wären die „Wimmel-Automata“, für die es keinen deutschen Ausdruck gibt. Jedoch im portugiesischen sagt man dazu Geringoncas. Mestre Molina aus Sao Paulo ist ein Meister dieser Automatenkunst, allerdings im art brut Stil. Er, der Hochbetagte (Jg.1917) hat schon zahlreiche Ausstellungen gemacht und ist in Brasilien ein Star der Arte Popular. Hier ein 4min-Video aus dem Kulturzentrum SESC Bauru (ca. 300 km westlich von Sao Paulo):


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